302 Dritte Abtheilung. Erster Abschnitt.
in diesem Grade in Italien mit, und darauf zum Divisions-general ernannt befehligte er in Rom, wo die einfache Artseines Lebens ihm die Achtung der Einwohner erwarb. 1799entsetzte ihn die Regierung mit mehreren andern Generalen:doch wurde er bald wieder angestellt und Bonaparte bedientesich dieses talentvollen Heerführers mit vielem Erfolg beimannichfaltigen Gelegenheiten. Am Ende des Jahres 1801wurde er in den Staatsrath berufen und Chef eines der Bu-reaus des Kriegsmi'nisteriums. 1803 wurde ihm ein Oberbefehlin Italien zu Theil, er blieb lange Zeit in den neapolitani-schen Staaten und verließ sie erst nach dem abgeschlossenenNeutralität - Tractat. Im August 1804 ernannte ihn Na-poleon zum Generalobersten der Cürassiere und am 1. Februar1805 zum Großossicicr der Ehrenlegion. Am Ende desselbenJahres befehligte er unter Massena in Oberitalicn und trug zurNiederlage der Generale Jcllachich und Nohan bei, der letzterestreckte am 24. Nov. bei Castcll franco die Waffen vor ihm.Nach dem Waffenstillstand besetzte der General Gouvion St.Cyr Venedig, und 1806 begab er sich von neuen nach Neapel;1807 war er Gouverneur von Warschau. Im Nov. 1808übernahm er das Oberkommando in Catalonien, er rückte am8. Dec. bis an die Fluvia vor und wendete sich dann gegenHostalrich, vereinigte sich am 17. Dec. mit der Besatzungvon Barcellona und siegte am 20. Dec. am Llobrcgatüber Vives, und am 25., Februar 1809 über Reding beiCabra und Lilla. Im Mai belagerte er Gerona und nachder Meinung Napoleons mit zu wenig Eifer, welches dieZurückberufung veranlaßte und in eine Art von Ungnade ge-fallen , erhielt er erst wieder beim Beginnen des russischen Feld-zugs einen Oberbefehl. Er führte das 6te Armeecorps demblutigen Kampfe im Norden entgegen, und als Oudinot am17. August bei Polotsk verwundet wurde, erhielt er den Ober-befehl über das zweite Armeecorps und erneuerte den Tagdarauf die Schlacht; obgleich die Entscheidung des Kampfes andiesem Tage ungewiß blieb, und beide Theile sich den Siegzuschrieben, wurde ihm doch dafür der Marschallstab zu Theil.