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chcs spaßhafte Impromptu geltend, und manches pikante Stichwort wurdegewechselt.
So unter anderen: Eines Tages durchwanderte ein höherer russi-scher Officicr die weiten und schönen Säle im Königlichen Schlosse zuVersailles, und als dessen redseliger Führer sich eben in Anpreisungendes dahingeschiedenen „kinpiro iranys^" vergaß, und dabei auf dievielen großen und kleinen goldenen I§"), mit welchen, nächst dem Kai-serlichen Symbole, der geschäftigen Biene, alle Wände und Mcubles wieübersäet waren, hinwies, bemerkte der Moscovite mit ächt russischer Hal-tung und stolzer Ruhe:
Vraiment, o'o8t otonuant, iei on ns voll partout czuo ä«8lX mi8 (snnomi'8) tandi8 Hus otior nou8 on ns roaooutrscsus lls8 X nÜ8 (am>8).
Mich dünkt, ein recht guter Calembourg auf die Initialen der beidenKaisernamen und die damaligen Verhältnisse.
Paris berührten wir nur auf unserem Durchmärsche.
Das Schlachtfeld von Valmy, das wir von der Ferme la Lune, wodie beiden Hauptstraßen nach St. Menehould zusammenstoßen, währendeines mehrstündigen Rendezvous größtenteils überschauen konnten, beiwelcher Gelegenheit uns ein älterer Stabsofficier, Zeuge jener Helden-that, die Stellungen der beiverseitigcn Armeen anzugeben beflissen war,eröffnete uns die Dcfileen des Argvnncrwaldes.
Mit seinen vielen Kohlen- und Eiscngrubcn, armseligen, schmutzi-gen und verräucherten Wohnungen erinnerte derselbe an so manche Ge-birgs- und Waldscene unserer lieben Hcimath.
Bald gelangten wir von St. Menehould nach la Gränze au bois,les GilettcS und Varcnncs, bekannte Orte aus Dumomiez's Feldzügen,als auch durch die verunglückte Flucht Ludwig's XVI. unserem Gedächt-niß vertraut, passirten die Mosel dicht bei Metz und erreichten so den
*) Ludwig XVIll. bemerkte, als er bei seinem ersten Eintritt in das Schloß derTuilericn die vielen Kaiserlichen Initialen erblickte:
„1l ocvn'e sur sorr cluipeau,
su!s Ouitlerie, weißer co woupeau,"
Lafontame'S bekannten Vers anwendend.