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2 (1847) Fünfzehn Friedensjahre. Aufenthalt in Russland, Rückkehr 1830. Feldmarschall Graf Gneisenau und General der Infanterie von Grolman. Die Citadelle von Antwerpen vom October 1830 bis Ende 1832. Aufenthalt in Holland / von Wilhelm von Rahden
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Wir wollen doch einmal sehen, ob der General al-lein allmächtig ist."

Schon am fünften Tage ward ich genöthigt, meinem gnädigen Pro-tektor die abermals abschlägliche Antwort auf mein Anstcllungsgest^zu überreichen.

Die wenigen Zeilen desselben waren eine genaue Copie des vorher-gegangenen Schreibens, nur enthielt diese Cabinetsordre schließlichdie specielle Weisung,wie es dem Bittsteller hiermit streng untersagsei, mit seinen Anstellungsgesuchen des Königs Majestät fernerhin ^incommodiren. "

Diese neue Demüthigung kränkte mich um so mehr, da ich cigenMgegen meine Absicht von meinem hohen Gönner selbst zu dem tvied^holten Anstellungsgesuch vermocht worden war.

Der Feldmarschall Graf Dicbitsch Zabalkansky befand sich zurvon der ich eben erzählte, in Berlin, und feierte hier, wie ich ihnselbst versichern gehört, seine eigentlichen, d. h. seinem vollen deutschtGemüth und Hochgefühl am meisten wohlthuenden Triumphe. ^Diebitsch verweilte, wie man sagte, wegen einer wichtigen diplomatisch^Sendung in Berlin, und empfing von seinem frühern Landesherrnhöchsten Ehrenbezeigungen.

Unser hochscliger Monarch war einer jener ausgeze'^neten und seltenen Menschen, dem jeder Pulsschlag ^edles Herz, jeder Athemzug ein tieffühlendes GeiN^bewegte.

In jener Zeit war ich öfters in nächster Berührung mit dein

schcn Feldherrn. So lange ich jedoch mit meiner Wiederanstcll"^^der preußischen Armee mich beschäftigte, habe ich dem Fcldmarsch^den eigentlichen Grund meiner Rückkehr von St. Petersburg nach P ^ßen mitgetheilt. Als ich jedoch die Ueberzeugung gewonnen hatte, ^es weder mir, noch irgend einem meiner Gönner gelingen würde,persönlichen Widerwillen des GenerabWitzleben zu beschwören; so g^^ich dem Grafen Diebitsch ganz offen den Grund, welcher mich nachlin zurückgeführt hatte, daß ich aber nun entschlossen sei, meine Äü