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ber 1760 in Schilds in Sachsen geboren, wo das österreichische In-fanterie-Regiment gerade seine Cantonirung hatte. Andre Kinder eristn^naus dieser Ehe nicht; die Mutter Gneiscnau's muß bald daraus gestehben sein. Sein Vater lebte jedoch zu Ende des vorigen, so wie in denersten Jahren dieses Jahrhunderts als Königl. preußischer Bauinspcctorzuerst zu Halberstadt, nachher zu Brieg in Schlesien, wo er 1804 ver-starb; er hatte sich zum zweiten Male verheirathct; zwei Halbbrüder desFeldmarschalls dienten im Anfange dieses Jahrhunderts ebenfalls alsOfficicre in der preußischen Infanterie; der ältere verließ aber den Dienstund ging nach Amerika, von wo man nichts wieder von ihm gehört Ha0der andere starb jung.
Unser Held ward im Hause seiner katholischen Großcltcrn zu WüVbürg in derselben Religion erzogen. Später kam er zu seiner weitesAusbildung nach Erfurt, wo er bei einem Professor Sicgling sich insion befand und die zu jener Zeit dort befindliche Universität besuchtAus folgendem Umstände ist zu entnehmen, daß schon damalsjunger Held jlch viel mit Mathematik, seiner Lieblingswissenschaft, beschältigt hat. Wir erinnern uns, einst vom Fcldmarschall gehört zu habe»/wie während seiner Studienzeit in Erfurt der damals daselbst residitt»^Coadjutor des Kurfürsten von Mainz und nachmaliger Fürstpn^'Herr von Dalberg, sich für ihn besonders intcressirt habe; diesem h"^er einmal eine Planzeichnung gebracht, wobei Herr von Dalberg ^äußert: die Zeichnung wäre zwar recht gut ausgeführt, doch würdetselbe durch die schlechten Züge der Handschrift verunstaltet; dies hat dc"jungen Mann veranlaßt, den größten Fleiß auf die Vervollkommn^derselben zu verwenden. Jedermann weiß, bis zu welchem Gradedies gelungen ist; denn noch in seinem hohen Alter schrieb der Feld»'^schall eine feste und sehr schöne Hand.
Wie lange er in Erfurt geblieben, ist uns nicht bekannt, doch ^muthet man, daß Gneisenau um das Jahr 1778 in diedünste des Markgrafen von Baircuth getreten sein muß, da man m 'wie er schon einige Jahre, bevor diese Truppen nach Amerika eingbwurden, in Baireuth in Garnison stand. Wenn wir nicht irren, sv 3'"gen im Jahre 1780 die baireuth'schen Truppen nach jenem Weltthcil, u"