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leisten, mit mir geht es bergab^). Durch Schill's Popularität und^ allverbreitcten Namen können noch schöne Dinge gethan werden;j müssen daher solchen verherrlichen, wie wir können. Mich plagiIkein Ehrgeiz. Mein Blick in die Zukunft erheitert sich nur dann,wenn ich mir die Möglichkeit denke, dem fremden Joche zu entgeht,in einem solchen Kampfe will ich gern meinen Untergang fi»d^'Sollen wir ihn aber nicht kämpfen, oder ist er glücklich vollendet, stfolge ich meiner Neigung, in der Einsamkeit zu leben, sofern micheine harte Nothwendigkeit zwingt, unter einem fremden HimmelZuflucht zu suchen. Sie sehen, mit solchen Plänen und Gesinnung^kann man füglich nicht Eifersucht gegen einen andern hochverdientliehen Mann haben, wenn ihm auch das Publicum etwas zusehtben sollte, was mir gebührt. Leben Sie wohl. Ihr treuergebener
von Gncisenau."
Königsberg, den Lten Februar 1809.
Nach geschlossenem Frieden ward Gncisenau zum Könige nach ^mel berufen und zum Mitglied der neu ernannten Commission zurganisation der Armee ernannt, in welcher Eigenschaft er mit dem K>Eauch nach Königsberg übersiedelte. Endlich ward er auch zum ChefJngcnieurcorps und Inspecteur sämmtlicher Festungen ernannt. 2^Frühjahr 1809 ward er Oberst.
Unser herrlicher Gncisenau kehrte hierauf 1809 mit dem KönigeBerlin zurück, und bekleidete von da ab mehrere sehr wichtige milM""sche Stellen und diplomatische Missionen. Wer ihn, den edlen Meist''nau, in damaliger Zeit reden gehört, wer seine schriftlichen Mittheiln"^an seine Freunde gelesen, weiß es, was seine innerste Seele bei dc>§Drucke, unter dem das Vaterland litt, fühlte, dem er mit glühender Ä»hänglichkcit treu ergeben war, und für dessen bessere Gestaltungnahe kommenden Zeit er alle seine geistigen Kräfte willig aufbot.ser Held sammelte damals um sich einen kleinen Kreis treuer Men"
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Preuße,, und für des gesam.nten Deutschlands Ruhm war >"§es wahrt,ch ganz anders, als unser edler Held damals glaubte-
Anmerkung des Verfassers