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ich will nicht klagen, sondern vor der Hand nur fechten. Aber esempört, zu sehen, daß unsere eigenen Verwundeten auf dem Schlacht-ete durch unsere Freunde ausgeplündert werden.
So weit habe ich glücklicher Weise schreiben und mich mit Ihnen,wein verehrter Graf, unterhalten können. Noch hätte ich Ihnen Man-ches zu sagen, aber ich muß mich von Ihnen trennen. In wenigTagen haben wir wieder eine neue Schlacht zu liefern, wenn andersunsere Verbündeten noch treu und zuversichtlich sind. Von ihr hängtdas Schicksal des Continents ab. Oesterreich würde, nach dem Verlustderselben, lieber unterhandeln als fechten wollen! Doch hoffenMir das Beste! Das schlimmste Element nur ist der Kleinmuth derleitenden Personen. Gerade in dem Moment, wo ihnen Energie denßrößten Nutzen schaffen würde, entbehren sie selbiger. Wir sind wirk-lich in einer weit besseren Verfassung als am Schlachttage von Lützen,und wir könnten mit Zuversicht (ich meinte hier die frühere) in eineNeue Schlacht eben so wohl als der Soldat gehen; allein ich be-merke einige Zeichen, die mir nicht gefallen. Doch will ich gern glau-deu, daß ich manchmal zu schwarz sehe.
Schenken Sie Ihr wohlwollendes Andenken Ihrem Ihnen treu-^gebenen
N. von Gneisenau."
BrechtelShof, den 26stcn August 18i3.
,/Wir haben heute einen Sieg erfochten. Wir hatten die Dispo-luivn zum Angriff gemacht, und wollten sie eben in Ausführung brin-gn, als man uns nieldete, die feindlichen Colonncn seien gegen unsl'ber die Katzbach im Anrücken. Schnell änderten wir unsern An-^iffsplan, verbargen unsere Colonneu hinter sanften Anhöhen, zeig-lkn nur unsere Avantgarde und stellten uns, als wenn wir in dieDefensive verfielen. Nun drang der Feind übermüthig vor. Auf ein-Mal brachen wir über die sanften Anhöhen hervor. Einen Augen-blick war das Gefecht im Stillstand. Wir brachten mehr CavallerieM's Gefecht, zuletzt unsere Infanteriewaffen, griffen die Feindlichen""l dem Bajonett an und stürzten sie den steilen Rand des Flusses,