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gung der nöthigen Belagcrungsmaschinen, in deren Aus-führung er Meister war. Da jedoch die griechische FlotteUnter C on tostcp h a n o s den Franken jede Zufuhrabschnitt und die Umgegend von Durazzo auf furcht-bare Weise verheert war, so begann bald Mangel imfränkischen Lager auszubrechen. Zu diesem Uebel ge-füllte sich eine ansteckende Krankheit, welche eine MengeMenschen hinwegrafste. Diese nachthciligen Umständehielten Bohemund nicht ab, die Belagerung mirNachdruck fortzusetzen. Auch an Anffordernngsversu-chen liest er es nicht fehlen. Allein die Voraussichtbrs griechischen Befehlshabers hatte für alle Kriegsbe-dürfnisse zur Aushaltunz einer langen Belagerung hin-gehend gesorgt. Die Besatzung war zahlreich und vombesten Geiste beseelt; die Mauern so breit, daß vierweiter hintereinander auf denselben Platz hatten, und diebfwfassung überdieß mit zahlreichen Thürmen versehen.
In den ersten Tagen des Frühlings liest Bohe-beniund endlich den Angriff beginnen; auf der Ost-fge ward der Versuch gemacht, mittelst eines großenWidders eine Sturmlücke in die Mauer zu legen. Alle^ustrciigungen der Franken waren jedoch vergeblich und^ Griechen, das Nutzlose der feindlichen Anstrengungen^"sehend, öffneten zum Höhne eines ihrer Thore undwerten die Franken auf, durch dasselbe in die Stadtg'Ludringen. Schon am nächsten Morgen ward derhölzerne Thurm, an welchem der Sturmbock befestigtdurch griechisches Feuer in Brand gesteckt. Nachb'eseni mißlungenen Versuche schritt Bohemund zug'er andern Angriffsweise. Auf der Nordseite war
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