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Wallung ein, und pflanzten drei Belagerungsmaschinenauf, aus denen sie die Burg beschoßen. In den ver-schiedenen Stürmen, welche sie unternahmen, fließensie auf den hartnäckigsten Widerstand, und stets wardie Zahl der gefallenen Preußen bei weitem größer, alsdie der Deutschritter.
Bei einem Ausfalle, welchen die letztem machte»,wahrend die Preußen ein heiliges Opfergefäß aus einerihrer Schanzen in die andere trugen, gelang es derOrdensmannschaft, die Feinde aus sämmtlichen Bela-gerungswerken zu vertreiben und das heidnische Opfer*gefäß zu erobern. Die Umwallung wurde geschleift,allein kurze Zeit darauf kehrten die Preußen, 5000Mann stark, zurück, stellten die geschleiften Werke rv«e-der her und setzten die Belagerung mit großemfort, so daß bald eine Huugcrsnvth ausbrach und de»Rittern jetzt nur noch ein Ausweg zu Rettung übrigblieb. Dreimal wurden die Feinde im Lager dadurchgetäuscht, daß die Besatzung sich innerhalb der Mauer"so ruhig verhielt, als sey die Burg verlassen; we»»denn die Belagerer sich näherten, um in die Burg ei»-zudrisigen, wurden sie plötzlich überfallen und mit grd*ßcm Verluste zurückgetrieben.
Auf solche Weise wurde der Feind absichtlichSchrecken gesetzt, damit die Belagerten mit desto gr"*ßcrcr Sicherheit die Gelegenheit zur Rettung Z» be-nützen vermöchten.
Am vierten Tage endlich zog die Besatzung >n Zrv"Haufen getheilt, in dunkler Nacht gegen Königsberg