Buch 
2 (1802) Leonard Meister's Helvetische Geschichte während der zwei leztern Jahrtausende oder von Cäsars bis zu Bonaparte's Epoche [2]
Seite
265
JPEG-Download
 

r6;

schrieen die Wächter der Rechtgläubigkeit, daß beyder freiern Auslegungskunst der Sinn der heiligenUrkunden ungewiß werde, nnd daß bey solcher Un-gewißheit der Statthalter Christi leichtes Spielhabe/ das Schiedrichtcramt wieder an sich zu reis-sen. — Unter den aus Frankreich vertriebenen Hu-genotten waren such mehrere Amyraldisten. In Genf»vidersezte sich ihnen Franz Türretin. Den 10 De-zember i6;y brachte er's dahin, daß man die Stu-dierenden zu schriftlichem Bekenntnisse der besonder»ausschliesscndcn Gnade Gottes anhielt. Nichts t^estoweniger wurde zu bitterm Verdrusse der Rechtgläu-bigen den 16 August 1Ü71. Müßard, ein Bekennerder allgemeinen Gnade (ein Universaliste) zum Pfar-rer ernennt. Auf Anstiften Franz TürretinS wurdevor dem grossen Rathe zwischen ihm und Lronchinund Mesterzat eine theologische Disputazion ange-stellt. Zu gleicher Zeit wurde Genf von Zürich undBern aus gegen die allgemeine Gnade mißtrauischgemacht. Genf erneuerte also den Rathschluß vomI. 1659. Müßard begab sich von Genf nach Lon-don. So wie Türretin Gins der allgemeinen Gnadeberaubt hatte, so wünschte er nun, sie auch den re-formirten Cantonen zu entrciffen. Hierüber trat erin schriftliche Unterhandlung mit dem ZürcherschmGottcSgelehrten, Ioh. Heinrich Heidegger. In wie-fern dieser als Privatmann für sich selbst und allein

dachte,