Buch 
2 (1802) Leonard Meister's Helvetische Geschichte während der zwei leztern Jahrtausende oder von Cäsars bis zu Bonaparte's Epoche [2]
Seite
389
JPEG-Download
 

Kapuziner ins Land; sie übergaben ihnen einigeKirchen, und zwar solche, die auSschlicssend vonschwarzen Priestern-, (wie man sie nennte) undvon Eingebohrnen bedient werden sollten: Als Be-schüzer der leztern erboben sich die Pretisti. EhrHaupt dieser Partey siel im Merzmonatc 1706. aufder Strasse unter der Hand eines Meuchelmörderstodt nieder, Dieser That halben belegte das Kri-minalgericht, auf blossen Verdacht hin, verschie-dene Personen mit beträchtlichen Geldbussen. Dasie die Bezahlung verweigerten, wurden sie kontu-mazirt und des Landes verwiesen. Auf dem Bun-destage beschweerten sie sich. Das Kriminalgerichtbeharrte guf der Rechtmäßigkeit seines Spruches ;es wollte von seinem Verfahren Niemand als GottRechenschaft geben, und berufte sich auf die Unab-hängigkeit in seinem Bezirke. Der Bundestag ggbhierauf folgende Erklärung : 1) Diejenigen Kapu-ziner, welche wirklich ihre Pfarren verlassen hatten,sollten nicht wehr zurükberuftn werden. 2) DasKriminalgericht, der Landvogt Giovanelli und diePretisti sollten bey ihrem Schirmbricfe geschüztbleiben, z) Beyde Parteyen werden eidlich zumFrieden verpflichtet, und die Verwiesenen erhaltensicheres Geleit. 4) Eine bündtncrsche Gesandtschafttritt (jedoch ohne Nachtheil der Hoheit des Miss-rergerichjeS) zwischen den Parteien M Mittel«

und