Band 
Erster Theil.
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Einleitung.

Hatrri nennen wir den Inbegriff oder die Gesammtheit Alles Dessen,was durch die Sinne wahrgenommen werden kann.

Wir fühlen Dasjenige, was unsere Haut berührt, wir sehen, wasin der Nähe und Ferne dem Auge sich darbietet, wir hören mannigfache Töneum uns her, wir riechen den Dust der Blumen und schmecken die Eigen-thümlichkeit verschiedener Speisen, und Getränke. -

Die Sinne sind daher die eigentlichen Vermittler zwischen Geist und Natur.Sie allein geben dem Geiste Nachricht von dem Vorhandensein Desjenigen,welches außer ihm sich befindet, so daß er nur durch die Sinne zum Bewußtseineiner Außenwelt gelangen kann.

Es ist unmöglich, daß der Geist sich die Vorstellung irgend eines Theilsder Natur bildet, der ihm sinnlich nicht darstellbar ist. Der Blinde z. B. kannzwar durch das Tasten die Form der Dinge zu seinem Bewußtsein bringen,aber er wird nicht die geringste Vorstellung von den verschiedenen Farben haben.Es ist auch nicht möglich, ihm diese durch die Beschreibung zu verleihen. Mankann das Blau, das Roth eben so wenig beschreiben, als einen Ton oder einenGeschmack.

Wenn daher der Geist in der Erkenntniß der Natur voranschreitcn soll,so ist er vor Allem darauf angewiesen, sie durch die Sinne zu betrachten; ermuß gleichsam seine Diener aussenden in das ihm unbekannte Reich, und nachderen Berichten seine Vorstellungen bilden. Vergeblich wird selbst der größtemenschliche Geist es versuchen, das Wesen der Natur im Ganzen oder im Ein-zelnen rein auf dem Wege des Denkens zu ergründen und zu erklären. Immer-hin wird er auf die sinnliche Wahrnehmung zurückgewiesen werden und die Ge-schichte zeigt, daß gerade Diejenigen, welche, jenen Führer verachtend, allzu kühnaus dem Geiste allein die Natur erfassen wollten, am weitesten sich verirrten.