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Erster Theil.
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Gleichgewicht und Bewegung.

Körper ertheilen. Schießt man z. B. eine Kugel mit der stärksten Ladung indie Lust, oder rollt sie über eine spiegelglatte Eisfläche dahin, so wird ihre Bewe-gung allmälig langsamer werden und endlich ganz aufhören. In Heiden Fällengelangt die Kugel nicht von selbst in Ruhe, sondern es sind andere Kräfte,nämlich der Widerstand der Luft und die Anziehung der Erdo, welche der Bewe-gung ein Ende machen.

57 Bei weiterer Verfolgung der Bewegung betrachten wir zunächst ihr Ver-hätniß zu Raum und Zeit, nämlich ihre Richtung und Geschwindigkeit.

Die Entfernung von dem Punkte, wo die Bewegung eines Körpers beginnt,bis zu dem, wo sie aufhört, nennt man seinen Weg, und die Linie, welche diesenWeg bezeichnet, heißt Richtung. Diese ist entweder eine stetig unveränderte,geradlinige, oder sie ist krummlinig. Die kreisförmige Bewegung derPunkte eines um sich selbst drehenden Körpers heißt Rotationsbewegung.

58 Durch die Verglcichung der Länge des Weges mit der Zeit, in welcher erzurückgelegt wird, erhält man die Geschwindigkeit der Bewegung.

Es giebt außerordentlich verschiedene Grade der Geschwindigkeit. So legtz. B. der Minutenzeiger einer Uhr denselben Weg in einer Stunde zurück, zuwelchem der Stundenzeiger zwölf braucht. Die Schnecke legt in einer Secundeeine Linie, ein Schncllläufcr 25 Fuß, ein Schnellzug 44 Fuß, ein Rennpferd50 Fuß, der Sturmwind 124 Fuß, der Schall 1050 Fuß, eine 24pfündigeKanonenkugel 2400 Fuß und das Licht gar 42,000 Meilen zurück.

59 Die weitere Untersuchung zeigt uns, daß die Geschwindigkeit entwedergleichförmig oder ungleichförmig ist.

Bei der gleichförmigen Geschwindigkeit werden in denselben Zeittheilcngleiche Wege zurückgelegt, selbst wenn die Zeitthcile noch so klein sind. Wenndaher ein Körper in einer Stunde eine Meile zurücklegt, so muß er in einerMinute den sechszigsten Theil der Meile, in einer Secunde Meile

zurücklegen.

Die gleichförmige Bewegung setzt voraus, daß der bewegte Körperunter dem Einflüsse einer stetig fortwirkenden Kraft sich befindet, welche genaudie der Bewegung entgegenwirkenden Hindernisse ausgleicht, so daß die anfäng-liche Geschwindigkeit unverändert fortdauert.

Ungleichförmig ist die Geschwindigkeit, wenn sie bei einem in Bewe-gung befindlichen Körper für jedes folgende Zeittheilchen entweder zunimmtoder abnimmt, weshalb sie zunehmende oder beschleunigte Geschwindigkeitim ersten Falle, und abnehmende oder verzögerte im zweiten genannt wird.

Die gleichförmig beschleunigte Geschwindigkeit entsteht, wenn auf einenin Bewegung befindlichen Körper fortwährend eine sich gleichbleibende Kraft i»

, derselben Richtung wirkt, was bei einem fallenden Körper stattfindet. Bei derverzögerten Geschwindigkeit wirkt dem bewegten Körper fortwährend eine Kraftentgegen, z. B. die Schwerkraft auf einem in die Höhe geworfenen Stein. .

60 Vis I'allksrvsKrillK. Nach dem oben angeführten Gesetze der Trägheitkann ein Körper, dem eine Bewegung ertheilt worden ist, sich nicht von selbst in