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Zcrsetzuugö-Schcma.
Es gilt als Gesetz, daß ein und dieselbe Substanz nur in solchen Formen auf-tritt, die derselben Grundform angehören. Es hat sich daher eine besondereLehre von den Krystallformen, die Krystallographie, ausgebildet, welche immineralogischen Theile weiter ausgeführt wurde. Hier bemerken wir nur,daß ein Körper krystallisirt genannt wird, wenn er in deutlich erkennbaren,geometrisch bestimmbaren Krystallen erscheint, wie z. B. das Kochsalz, der Kan-diszucker; krystallinisch ist ein Körper, wenn er aus Krystallen besteht, dienicht vollkommen ausgebildet worden sind, wie dies beim Marmor, beim Me-liszucker der Fall ist; endlich findet man öfter, daß die Masse eines Körperskeine Spur regelmäßiger Bildung erkennen läßt, weshalb er amorph, d. i.gestaltlos genannt wird. Das Glas ist ein amorpher Körper. Es hängtjedoch von äußeren Umständen ab, ob ein Körper die eine oder die andere dieserFormen annimmt, und wir können z. B. den Schwefel nach Belieben in denkrystallisierten, krystallinischen und Amorphen Zustand versetzen.
Im Verlauf der Darstellung der Chemie wird von einer großen Anzahl 25chemischer Zersetzungen die Rede sein. So oft es sich darum handelt, irgend> ein Element oder eine chemische Verbindung darzustellen, werde» gewisse Ma-terialien dazu verwendet und es entstehen in Folge deS chemischen Processeshieraus neue Producte. In §. 9 wurde bereits gesagt, daß wir nicht aus all-gemein gültigen Gesetzen im Voraus den Erfolg bestimmen können, der aus derchemischen Einwirkung verschiedener Stosse hervorgeht, daß wir vielmehr durchdie Erfahrung hierüber belehrt werden. Das Studium der Chemie besteht da-her wesentlich darin, die wichtigeren chemischen Processe in ihrem Verlauf ge-nau zu verfolgen und kennen zu lernen. Hierzu dicnr uns die Beschreibungderselben, sodann der Versuch oder das Erpcrimeut, welches die Stoffe und Er-scheinungen uns lebendig vor Augen führt, ferner die Abbildung der hierzudienlichen Geräthe oder Apparate. Alles dies muß zu Hülfe genommen wer-den, um die chemische Thatsache dem Gedächtniß fest einzuprägen-
Eine vorzüglich klare Einsicht in den chemischen Zcrsctzungsproccß verleihtuns jedoch die Aufstellung der Formeln, ein sogenanntes Schema, welchesdenselben aufs Genaueste darstellt. Es kann dieses in mehrfacher Weise ge-schehen, und fast ein jeder Chemiker entwirft sich sein eignes Schema. EinBeispiel wird das Gesagte am besten erläutern.
Um gasförmige Salzsäure — EIll zu erhalten, wird 1 Aeq. Koch-salz — NnOI mit 1 Aeq. Schwcfclsäurehydrat — LOz.llO übergössenund der Destillation unterworfen. AlsNcbcnproduct entsteht schwefelsauresNatron — NrrO.LOz.
Das einfachste Schema ist die Darstellung der Zersetzung in Form einerGleichung zwischen dem verwendeten Material und den entstandenen Productcn.Schema 1:
Material: Producte:
Kochsalz Schwefelsäure Salzsäure Schwefelsaures Natron§»6? ^ Ölll^ ' Äl0.80z
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