kunst huldigten. Nach Cyrus Tode ging diese Kunst zuden Griechen über. Diese geistreiche und tapfere Nation,welche die Tage von Salamis, Marathon, Thermopylä,Leuktra und Mantinea geschichtlich schuf, und auf Jahr-,taufende zum Muster aufstellte, vervollkommnete auch dieKunst in einem hohen Grade; sie setzte dieselbe auf Grund,regeln, und stiftete Kriegsschulen, um sie zu verbreiten.Alexander ordnete den berühmten macedonischen Phalanx,die erste bestimmte taktische Aufstellung, vermöge welcherer Asien eroberte, und die damalige Stellungskunst aufden höchsten Gipfel brachte.
Aus den Trümmern Troja's rettete sich nach derSage ein Haufen seiner Bewohner und siedelte sich nachmanchen Abenteuern an den Ufern des Tibers an. Waser von trojanischer Kriegskunst noch inne, und von seinenUeberwindern gelernt hatte, wandten diese Kolonisten ge.gen die benachbarten Einwohner an, überwältigten sie nachund nach, und wuchsen endlich in einem Reiche so an,daß sie der damaligen Welt Gesetze vorschreiben konnten.
Der Römer Thaten und ihre Geschichte der Kriegefind nicht in dem Alles verschlingenden Abgrunde der Zeituntergegangen. Wenn jetzt noch die Trümmer römischerBaukunst, Malerei, Rede. und Dichtkunst Muster sind:so können wir eben so gut aus den Schriften Cäsars,Tacitus, Vegetius, Frontinus, Modestus, Aelianus u. a. m.die großen Grundregeln der Kriegskunst kennen lernen.
Welch ein Blick auf ihre großen Feldherren, die Sci.pionen, Marius, Sulla, Pompejus, und auf ihre unsterb«lichen Legionen! Jene großen Feldherren zeigen uns dieKunst, die das Glück des Vaterlandes befestigen und seineRuhe im größten Glänze sichern sollte.
Der berühmte macedonische Phalanx mußte der rö.mischen Legion, dem römischen Sturmschritte und demkurzen Römerschwerte weichen. Doch schämten sich dieRömer nicht, von Feinden, die öfters auch ihre Ueberwin-