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Hunderte nach Einführung der ersten Büchsen« oder Ha-kenschützen war noch zur Zeit Montecuculi's, 1661, nur -,-er Bataillone mit Musketen, 4 noch mit Piken bewaffnet.Erst 170-2- sehen wir letztere gänzlich abgeschafft, und dieverbesserte Flinte allgemein eingeführt. Die Einführung-es Feuergewehrs machte selbst einen Stillstand in denFortschritten der Kriegskunst; es waltete ein Kampf zwi-schen den alten und neueren Waffen ob, welchen endlichdie Artillerie unter König Karl VIII. und Kaiser Karl V.endigte, da sie zuerst als Feldgeschütz auftrat.
Mit Gustav Adolph, Schwedens großem Könige, undmit Nassau-Oranien begann sich endlich das Chaos zulösen. Letzterer focht einen großen Kampf für die Freiheitseines Vaterlandes, ersterer außer andern Staatszweckenfür die Religion und den Ruhm. Gustav's Zeitalter bil-dete nach Karl VIII. eine neue Epoche der neueren euro-päischen Kriegskunst. Gustav und Nassau erkannten beidedie Artillerie, wie sie vor ihnen noch gar. nicht, nach ihnennur von Friedrich und Napoleon erkannt wurde.Gustav zeigte durch Einführung der Regimentsstücke seinetiefe Kenntniß im Gebrauche der Artillerie. Nassauwandte die mörderische Feuerwaffe hauptsächlich zum An-griffe und zur Vertheidigung der Plätze an. Beide such-ten die Taktik der Alten mit den mörderischen Feuerwaffenzu vereinigen, oder denselben anzupassen. Des Königs La-gerkunst, die Disziplin seiner Armee waren von den Rö-mern entlehnt; seine Brigaden darf man als die erstemoderne Aufstellung annehmen.
Nach jenes großen Königs siegreichem Tode folgtenBanner, Bernhard von Weimar, Gustav's FeldzeugmeisterTorstenson, Turenne, Montecuculi, der eröffneten Laufbahn,indem sie den Krieg immer mehr nach Grundregeln führ-ten, und Fortschritte in der Kunst veranlaßten, wozu dieerweiterte Buchdruckerkunst nicht wenig beitrug, indem siedie Werke der Alten gemeinnütziger machte, und neue