die damalige Kunst nicht höher. Die Armeen Karls zeich,neten sich durch Muth, Disziplin und Schnelligkeit merk«würdig aus, und bewiesen, was man zu allen Zeiten miteiner kriegerisch gebildeten Armee auszurichten vermöge, in«dem Karl mit 9000 Mann bei Narva 60,000 Feindeaitgriff, besiegte, beinahe vernichtete, und ihnen 145 me.tallene Geschütze abnahm.
Wir nahen uns endlich einem Zeitraume der Kriegs-kunst und der Taktik, welcher das Herz jedes Preußen er«hebt, dem Zeitalter des unsterblichen dritten Preußen -Kö>nigs. Friedrich der Große fand bei seiner Thronbestei-gung ein Heer, welches in Rücksicht der taktischen Aus.bildung mit den übrigen europäischen Heeren auf gleicherStufe stand, gleich reich mit ihnen an Erfahrungen, amRhein, in Italien und Ungarn gesammelt, aber in Rück.ficht der innern Organisation, Disziplin und Ordnungvon allen übrigen Heeren Europa's abwich. Die Weltsah ein in neueren Zeiten noch nie gesehenes Kriegsge.bciude von möglichster Vollkommenheit. Mit diesem Heerebetrat Friedrich den Schauplatz.
Das Feuergewehr, die Flinte, hatte eben angefangen,vermöge einer verbesserten Proportion zur leichteren Hand-habung eine wichtige Rotte zu spielen. Der eiserne Lade.stock der Preußen schien den Verbesserungen der Flinte dieKrone aufgesetzt zu haben. Die tiefen Stellungen in mehrals vier Gliedern, waren mit der Pike gänzlich verschwun-den, und auch diese verschwanden bei den Preußen zuerst,um dem Feuer mehr Ausdehnung zu geben. Mit dieserdurch das Uebergewicht ihres Feuers, durch ihre innereOrganisation gut gebildeten Infanterie brach Friedrich seineersten Lorbeeren bei Mollwitz und Hohenfriedeberg.
Was mußte diese Armee, mit allen Elementen einerbisher noch nie in Europa gesehenen Kriegsordnung aus-gerüstet, in der Hand eines Friedrichs werden, welcherin ernster Stille in dem Jünglingsalter die Heldenzeit der