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1 (1824) Erster Theil: Taktische Geschichte der Artillerie / von W. von Grevenitz
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Seite
7
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Vorwelt, die Kricgsthaten großer Feldherren zu seinemeifrigsten Studium machte, um das künftige Glück seinerVölker zu begründen! Griechische und römische Kriegskunstleitete die Armee Friedrichs von der Oder nach der Elbeund Saale, von da wieder nach Schlesiens Gefilden, woLeuthens Ebenen, wie ein zweites Leuktra und Mantinea,einen ewigen Namen in der Kriegsgeschichte erhielten.

O Tage von Prag, Roßbach, Leuthen, Zorndorf,Licgnitz, Torgau! ewig werdet ihr dem Forscher der Kriegs,kunst, dem Helden zum Leitfaden, zum Unterricht dienen.Und ihr Tage von Kolli», Kunersdorf und' Hochkirch! aneuch zeigte sich Friedrichs Geist, seines Heeres unsterblicherMuth in seinem schönsten Glänze ')! Friedrich löste dasPryblem, große Armeen zu bewegen, an welcher Klippe,seit dem Anwüchse derselben, so manche Feldherren geschei-tert waren. Hundert Bataillone und Schwadrone mitHunderten von Geschützen entwickelten sich unter Friedrichmit größerer Leichtigkeit und Schnelligkeit, als man bisdahin zwanzig zu entwickeln im Stande gewesen war, auswohlgeordneten Marschkolonnen in Treffenlinien.

Eben so werden diese Hunderttausende durch denalten Cäsarischen Grundsatz:der Krieg nährt denKrieg" erhalten, genährt und gepflegt. Hierdurch er-

1) Ein Franzose, welcher uns die Feldzüge Friedrichs inVergleich mit denen seines Kaisers (Napoleons) erklärt, sagtvon den Feldzügen Friedrichs:die Politik sowohl als dieKriegskunst hatten zu dieser Zeit eine rückgängige Bewegunggemacht, die uns den barbarischen Zustand des achten und neun-ten Jahrhunderts wieder naher brachte. König Friedrich be-hauptete sich beinahe gegen ganz Europa, setzte die Volker inErstaunen und schien Wunder hervorzubringen; während, ihn zuvernichten, nur ein Mann von etwas mehr als gewöhnlicherGröße nöthig war. Dieser Mann war aber in Europa nichtzu finden, oder.vielmehr die Fürsten gaben sich nicht die Mühe,ihn zu suchen; Ludwig XIV. und Mazarin würden ihn ge-funden haben ! !"