9
beschäftigte sich in Europa einzig und allein mit un-zweckmäßigen Kleinigkeiten, künstlichen Auf-stellungen, und mit dem Gebrauche des Gewehrs inBataillons- und Pelotonfeuer. Alles dieses beschäftigteim hohen Grade und mit angestrengtester Aufmerk-samkeit die hohen und niedern Befehlshaber, schuf eineeingebildete Stufe der Kunst und des Wissens,zwängte durch falsche Richtungen den Kriegsgeist auchausgezeichneter Naturen in ein Gewebe von Klei-nigkeiten, aus welchen er nur durch große Unglücksfallefrisch erweckt werden mußte.
Aus Nordamerika's weiten Gefilden breitete sich einneuer Weltgeist aus, der bald seinen Weg nach Europafand, indem das Mutterland die ungehorsame Tochter inihre alte Fesseln zurückzwängen wollte. Frankreich unter-stützte diesen Kampf aus Politik gegen England, und sogden neuen Geist der Meinungen zuerst ein, welchen esbald über sich selbst, und nach vielfältigem Kampfe überganz Europa verbreitete 1 2 ).
Es liegt außer dem vorgesetzten Zweck, diese politi-schen Revolutionen anders, als in ihren innigen Bezie-hungen mit der Kriegskunst und der Taktik zu berühren.
Das Feudalsystem hatte die stehenden Heere in Eu-ropa gegründet und ausgebildet, die Konstitution derNordamerikaner erschuf die Miliz * ).
1) Diese Aeußerung einer Ursache soll keineswegeS andereausschließen.
2 ) §ur Miliz gehört das ganze Volk. Zufolge der Kon-stitution ist jeder männliche Einwohner zwischen 16 bis 60 Iah,ren in eine Kompagnie und in ein Regiment der Miliz, dasmit allen Offizieren versehen ist, eingeschrieben und eingestellt.Er ist verpflichtet, beständig in seinem Hause und auf seineKosten, eine brauchbare Muskete, ein Pulverhorn, 1 Pfund Pul-ver, zwölf Flinrensteine, zwanzig bleierne Äugeln, eine Patron-tasche und einen Tornister zu halten; so, daß also jeder Kan-