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1 (1824) Erster Theil: Taktische Geschichte der Artillerie / von W. von Grevenitz
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utn sich griff. Und alle Staaten des festen Landes wur-den nach einander angegriffen, erobert und zerstückelt; neueStaaten, neue Königreiche auf den Trümmern der altenerbaut, und neue politische Verbindungen, dem augenblick-lichen Vortheile des Eroberers angemessen, gestiftet.

Der spekulative wissenschaftliche Geist der Deutschenbeschäftigte bald mehrere Schriftsteller, im Gebiete derKriegskunst zu schreiben, wozu die Weltereignisse undKriege so vielen Stoff gaben. Neue Taktiken, ein neuerGeist der Kriegssysteme, neue Regeln der Kriegskunst, wur-den zu Tage gefördert, und die Ursachen der Niederlagender gegen Frankreich kämpfenden Heere erklärt. Diese Pe-riode war reich im Gebiete der deutschen Militärliteratur;sie schuf mit neuen Wörtern, als: Basis, Objecten, Sub-jecten, innere und äußere Operationslinien, eine MengeKriegskünstler und Bücherfeldherren 1 ).

Als nun endlich der Eroberer immer weiter um sichgriff, und ein neuer Feldzug seine Herrschaft fest begründensollte, fing Napoleon den Krieg 1812 mit einer Ueberle-grnheit der Macht an, die den Feldzug einer Völkerwan-derung ähnlich machten. Er folgte hierin feinen Vorgän-gern Cyrus, dem macedonischen Alexander 2 ), Attila,Tschingis Chan und Timur Bey, die nur als bloße Ero-berer mit zahlreichen Armeen ihre Gegner zu erdrückensuchten, welche, wie zu unserer Zeit, ebenfalls schon halbdurch Meinung und Gemüth besiegt waren.

Bieten uns die Feldzüge jener Eroberer und Länder-siürmer, die unaufhaltsam alles über den Haufen warfen,

1) Hatte Barenhorst nicht sarkastisch geschrieben, dürstenseine Werke eine Ausnahme machen und klassisch genannt wer-den können. Er sah und erkannte zuerst den neuen Welt- undKriegsgeist.

2) Als Alexander über den Granikus ging, war er nochkein Eroberer, und seine Arniec schwach.