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1 (1824) Erster Theil: Taktische Geschichte der Artillerie / von W. von Grevenitz
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War kein besseres Mittel, die Maschinen unschädlich oderunthätig zu machen, als gerade darauf los zu gehen, undihnen nicht Zeit zum Schießen zu lassen, wie es Philo,pömen gegen den Machanidas machte l ).

Die »«geschmückten Thatsachen in der Geschichte ge-ben allein genügende Resultate über Welterscheinungen undfrühere Begebenheiten, daher uns auch die Kriegsgeschichte,in Betreff der Taktik der neueren Artillerie seit der Erfin-dung des Pulvers, durch die verschiedenen Jahrhunderteführt, den Gebrauch der Artillerie vor Augen stellt, ent-wickelt und darthut, wie dieselbe stufenweise auf denStandpunkt gestellt wurde, auf welchem wir sie endlichals eine entscheidende Waffe finden.

Keine Wissenschaft oder Kunst ist so ganz rein neu-europäisch, als die neuere Artilleriekunst, oder vielmehr Ar-tilleriewissenschaft. Die erwähnten Kriegsmaschinen derRömer kamen nach dem Sturze des römischen Reichsnicht mehr, oder doch nur unvollkommen zum Vorschein;ihr Mechanismus beruhte auf Mathematik und Mechanik,und diese Wissenschaften waren mit Euklides und Archi-medes, gleich den übrigen, seit Jahrhunderten verschwun-den. Folard will zwar im zwölften Jahrhundert von Ka-tapulten und Kriegsmaschinen in Frankreich wissen, welcheden römischen nichts nachgegeben haben sollen, indeß hatihn wohl Leidenschaft für die Waffen der Alten und Ei-telkeit auf sein Vaterland zu dieser Behauptung ver-anlaßt.

Nach Erfindung und Einführung des Pulvers muß-ten die Wirkungen desselben erprobt und beobachtet werden,wozu wohl nur Versuche führen konnten, welche nach undnach in einem Zeitraume mehrerer Jahrhunderte die Ar-ten der Geschütze bestimmten.

Die wissenschaftlich-technische Geschichte der Artillerie

1) Polyb. Ilb. XI. cap. 3.». Trevenitz Org.u.Takt. I.

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