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1 (1824) Erster Theil: Taktische Geschichte der Artillerie / von W. von Grevenitz
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beschäftigt sich mit diesen mannigfaltigen Veränderungender Geschützkunst, und nur in sofern das Materielle undPersonelle derselben einen Einfluß auf ihre Taktik hat, odermit ihr zusammenhängt, gehört die Berührung dieser Ge-genstände zum vorgesetzten Zwecke.

Die Geschichte der Taktik der Artillerie dürfte in nach-folgende Zeitperioden zerfallen, in denen ihr Einfluß aufdie Kriegs- und Stellungskunst sichtbar wird.

Erste Ueriove.

Von Erfindung des Pulvers und der Geschütze,

bis auf Karls VIII. Kriegszug nach Italien:

1320 bis 1494.

Der Schleier einer grauen Vorzeit ruht größtentheilsauf dieser ersten Periode, in welcher der Einfluß der Ge-schütze im Feldkriege noch nicht sichtbar wird. Die älte-sten Schriftsteller sind weder über den Zeitpunkt der Er-findung des Pulvers, noch den der ersten Geschütze einig.

Dahingestellt bleibe denn auch, ob das Pulver vonden Chinesen am frühesten gekannt, und dessen Gebrauchdurch die Sarazenen und Araber weiter befördert worden,oder ob Berthold Schwarz, 1320, der Erfinder des Pulversgewesen sey.

Der erste Gebrauch der Geschütze fällt indessen noto-risch vor der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts; denn1331 bedienten sich die Mauren der Feuergewehre inKastilien.

In Frankreich leistet Barthel du Drach Zahlungenfür Pulver an Heinrich von Famechon, desgleichen fürandere Bedürfnisse zu den Kanonen, die man 1338 vorPui Guillaume brauchte.