30
in der Folge Veranlassung zur Errichtung eines eignenArtillerie-Regiments, welches 167l in Frankreich geschah.Aus diesem entstand später ein eignes Artillerie-Korps.Bei den Deutschen war der oberste Feldzeugmeister derdritte im Kriegsrath, nach dem obersten Feldhauptmannund Feldmarschalk, und auch des Feldzeugmeisiers Lieu-tenant sollte zu Zeiten im Kriegsrath zugezogen werden.
Wie in Deutschland der oberste Feldzeugmeister dasHaupt der Artillerie war, so in Frankreich der Grandmaître d’Artillerie , welche Würde, früher als bei denDeutschen, unter Franz I. aufkam, jedoch unter Heinrich IV.weiter ausgedehnt wurde, wo der berühmte Herzog vonSully diese Würde bekleidete, große Veränderungen undVerbesserungen in der Artillerie veranlaßte, und der Königals eine Auszeichnung das Wappen des Orand maîtred’Artillerie mit Geschütz, Schanzkörben und Faschinenverzierte. Merkwürdig ist, -aß zwei der größten Männerund Politiker des damaligen Frankreichs, Sully und Ma-zarin, diesen Posten bekleideten.
Die Pferde für die Geschütze, Munition und sonstigesFuhrwesen der Artillerie, gehörten in Deutschland, wiespäterhin noch in Frankreich, nicht eigentlich dem Kriegs-herrn, sondern wurden, nebst den Knechten, auf eine ge-wisse Zeit des Feldzugs gemiethet, indem der Kriegsherrmit dem obersten Geschirrmeister einen Kontrakt abschloß.Der genannte Geschirrmeister stand, wie natürlich, mitallen seinen Knechten, unter dem Befehl des Feldzeugmei-sters und Zeugmeisiers.
Waren die Geschütze in der Position aufgefahren, sowurden die Pferde abgespannt, und die Geschütze abge-protzt, welche meistens in der ersten Position blieben.Sollten sie avanciren, so wurden die Pferde wieder ange-spannt, oder auch die abgeprotzten Geschütze durch Men-schen weiter gefahren.
Der kriegerische Geist Karls V. hat viel für die Ge«