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ben auch nicht starken Armeen dieses Krieges. Bei Thorn-hont hatten die Niederländer nur zwei Carthaunen undzwei Feldstücke, und in der Schlacht bei Nieuwpvrt(1600) hatte jeder Theil sechs Stück Geschütz. Ufanorechnet zu dieser Zeit auf eine Armee von 34/000 MannFußvolk und 6000 Mann Reiterei/ 24 schwere Geschützeund 6 Feldstücke. Andere Taktiker damaliger Zeit auf1000 Mann Ein Geschütz *).
Herr von Schwarzenberg hatte im Kriege gegen dieTürken (1598) bei vier Regimentern Franzosen und Wal-lonen zu Fuß und 3000 Mann zu Pferde/ als er gegenTottis rückte und es mit Sturm nahm, 12 große Stückeund 6 Falkonets °).
Die Türken führten schon zu jener Zeit viele und be-sonders schwere Artillerie. Auch diese Kriege bestandenmeist in Belagerungen.
Mit dem Ende dieser Periode werden die Geschützenoch/ wie früher/ mit der Ladeschaufel geladen/ Kugelnund loses Pulver in Fässern besonders nachgeführt/ dasPulver ins Zündloch eingerieben. Die Richtmafchine be-stand noch aus bloßen hölzernen schiefen Keilen/ die mitKetten an der Lastete befestigt waren. Alles dieses mußteeinen großen Einfluß auf den taktischen Gebrauch der Ar-tillerie haben/ ihre Bewegungen also und ihr Feuer in derSchlacht nur sehr langsam seyn.
Wenn gleich bei Belagerungen die Geschütze einewichtige Rolle spielten/ so bediente man fich doch bei Ueber-fällen der Städte zum Sprengen der Thore der Petar-den. Gegen die Wirkungen derselben ficherte man dieThore dadurch, daß man sie inwendig verschüttete. BeimUeberfall auf Pesth (1599) hängten die Kaiserlichen zwar
die
1) v. Hoyers Geschichte der Kriegskunst.
2) Khevenhüllers Annalen, sr Theil.