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solche im Plan V. am übereinstimmendsten mit den mei-sten Schriftstellern.
Mit dem ersten Blicke übersteht man die neue, vonGustav gegründete Aufstellung; in der des Friedländersden Kampf zwischen der alten und der bereits durch Gu-stav's Siege bewährten neuen Methode. Ungefähr so, wiewir zu unserer Zeit den Kampf zwischen der Stellung inlang gedehnten Feuerlinien und den Angriffskolonnen ge-sehen haben. Wie sein Vorgänger Lilly bei Leipzig, wardauch Wallenstein hier geschlagen. Ohne in die Details desSchlachtverfolgs einzugehen, interesstrt uns nur die Auf-stellung selbst, welche so schöne Früchte trug. Die kaiser-liche Armee war an Reiterei zahlreicher, dagegen führteder König 60 Stück Geschütz, und war hierin den Kai-serlichen überlegen. Der König stellte seine Reiterei vierMann hoch, die Kaiserlichen nur die leichte in gleicherArt, die schwere stand in acht Gliedern. Bei den Schwe-den bildete die Reiterei in zwei Treffen die Flügel; zwi-schen den Reiterregimentern waren Musketier - Kompag-nien, 180 Mann stark, vertheilt. Wallenstein hatte aufseinem rechten Flügel Fußvolk in gevierker Stellungzwischen der Reiterei cingeschobcn. Die Mitte bestand ausvier ähnlichen großen Haufen Fußvolk auch in gevierterStellung von 45 Gliedern, von denen die zehn erstenMusketiere waren, welche noch Gabeln führten. DieseHaufen waren nach altem Brauch in Gestalt eines Kreuzesaufgestellt; an den Ecken befand sich noch ein besondererHaufen Musketiere. Das schwedische Fußvolk, è mit Pi-ken, •§• mit Musketen ohne Gabeln bewaffnet, stellte derKönig brigadenweise in der Mitte in zwei Treffen auf;diesem Fußvolk aber gab er 8 Schwadronen als Reserve.Vor der Mitte jeder Brigade waren 4 Pelotons, theilsPikeniere, theils Musketiere, vorgezogen (aa), welche eineArt von Kolonnen bildeten, wahrscheinlich zur Deckungdes Geschützes bestimmt.