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1 (1824) Erster Theil: Taktische Geschichte der Artillerie / von W. von Grevenitz
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Der Ritter Folard in seiner Beschreibung dieserSchlacht sieht indeß aus Liebe zu seinem Systeme inden schwedischen Brigaden Angriffskolonnen von 15 bis1800 Mann. Nur diese erwähnten Pelotons standen inmehreren, die Brigaden durchgängig in sechs Gliedern.

Die Landstraße von Leipzig nach Lützen bestand auseinem Steindamme, welcher auf beiden Seiten Grabenhatte. Diese Graben ließ Wallensiein noch mehr vertiefenund erweitern, und besetzte sie mit Musketieren, die nochbesonders durch Kürassiere, welche über sie wegschössen,gedeckt und unterstützt wurden.

Was die Stellung der Artillerie anbelangt, welcheuns besonders beschäftigt, so hatte Wallensiein da, wodie Straße einen ausspringenden Winkel machte,, eineBatterie von 7 Kanonen aufgestellt (b), und vor seinemrechten Flügel bei den Windmühlen 14 Stück (c), mit-hin den schwächsten Punkt der Stellung mit der wenigstenArtillerie gedeckt.

Der König hatte bei jeder Brigade 5 (à 4), undauf jedem Flügel 20 Geschütze (es) aufgestellt. Als dieschwedischen Brigaden den Steindamm passirt hatten, er-oberten sie alsbald die 7 feindlichen Geschütze, und beschos-sen damit die kaiserliche Reiterei. Wie die Schweden inder Folge wieder zurückweichen mußten, nahmen die Kai-serlichen diese Geschütze wieder, verloren sie aber daraufzum zweiten Male, und mußten auch die ihres rechtenFlügels auf dem'Schlachtfelde stehen lassen.

Nach des großen Königs Tode wahrte dieser Krieg,in welchen ganz Europa verwickelt war, noch 16 Jahrefort. Frankreich bildete zwei große Heerführer, Condêund Turenne, welche in diesem Kriege als Generäle auf-traten. Sie, so wie Banner, Torstenson, Herzog Bern-hard, Wallensiein und Montecuculi, folaten den von Gu-

1) Fvlards Ausgabe des Polybius.