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1 (1824) Erster Theil: Taktische Geschichte der Artillerie / von W. von Grevenitz
Entstehung
Seite
50
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Bei den Deutschen war die Eintheilung der Geschützein Karthaunen, Schlangen und Kammersiücke noch immernicht verschwunden. Unter Karthaunen verstand man dieschweren kurzen, unter Schlangen aber die langen Stücke,und selbst Struensee, welcher erst 1760 über die Artillerieschrieb, folgte noch dieser Einrichtung.

Benennung

der

Geschütze.

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Zur

Bedienung

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Q-

Halbe Karthaunen

24

22

5060

12

2

6

20

Viertel- -

12

24

3600

6

2

5

12

Achtel- -

6

27

2000

3

1

4

6

Regimentsstücke

3

16-18

900

H

1

2

3

Ganze Schlangen

12

24

4080

6

2

8

12

Halbe *

6

32

2000

3

1

4

6

Viertel- -

45

36

1440

2

1

4

6

Falkaunen

56

27

1800

2-3

1

3

6

FalkonetS

23

3536

400

1

1

2

3

Aus obiger Tabelle steht man, daß die Deutschen, inBetreff der Ladung, sich noch der halben Kugelschwere be-dienten. Wenn gleich bei einigen Kalibern Erleichterun-gen statt fanden, so scheinen doch nicht bestimmte Grund-sätze zu herrschen.

Auch war zu jener Zeit das Verhältniß nicht be-stimmt, in welcher Anzahl sich die Artillerie bei einerArmee befinden sollte. Wir haben oben gesehen, daß die-ses Verhältniß verschieden war und von mancherlei Um-standen abhing. Die Artillerie war in den letzten Feld-zügen des siebenzehnten und zu Anfang des achtzehntenJahrhunderts ansehnlich, doch nicht nach bestimmtenGrundsätzen vermehrt. St. Remy rechnet auf 50,000Mann in Flandern 50 Geschütze, demnach auf 1000 Mannein Geschütz.