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1 (1824) Erster Theil: Taktische Geschichte der Artillerie / von W. von Grevenitz
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51
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Gedachter Schriftsteller erwähnt der Mortiere garnicht, obgleich sie von den Franzosen in früheren und auchin damaliger Zeit als Feldgeschütz geführt worden find.Der Marschall von Sachsen will bei einer Armee von30,000 Mann Infanterie und 12,000 Mann Kavallerie50 Stück Ißpfünder Kanonen und 12 Mortiere haben *).

Indem uns bloß die angewandte taktische Artilleriein Feldschlachten beschäftigt, bemerken wir nur noch imAllgemeinen die wissenschaftliche mathematische Ausbildungderselben in dieser Periode durch Galilei, 1688, Toricelliseinen Schüler, Anderson, Blondel, Robins, Newton, Be-lidor und den Deutschen, Wolf. Diese großen Gelehrtenund Mathematiker widmeten der Artillerie eine vorzüglicheAufmerksamkeit; ihre mannigfaltigen Untersuchungen trugenerst später, als die Artillerie mehrere Versuche machte,herrliche Früchte.

Die Taktik der Artillerie erstreckte sich auch zu Endedieser Periode noch nicht weiter, als bis zur mechanischenBedienung der Geschütze. In den Schlachten kamen dieschweren Batteriestücke nicht von der Stelle; die Pferdewurden hinter bergenden Gegenständen gedeckt; auf kurzeDistanzen bewegte man die Geschütze durch Menschen.

Vierte Veriove.

Von Friedrich dem Großen bis zu Anfange desfranzösischen Revolutionskrieges: 1740 bis 1792.

König Friedrich fand bei feiner Thronbesteigung einHeer von 66 Bataillonen Infanterie, 66 Grenadier * und10 Artilleriekompagnien, 60 Schwadronen Kürassiere,

1) Rêveries sur lart de la guerre par le Comte de S aie, cap. 7.