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sitze des Dorfes Seminofka fand, der rechte französischeFlügel demnach sehr weit vorgeschoben war, ohne am lin.kcn einen Stützpunkt zu haben: da traf Napoleon dieDisposition, das Centrum des Feindes zu durchbrechen.Zu diesem Ende sendete er dem Herzoge von Elchingen80 Kanonen, welche dieses bewerkstelligen sollten.
Unter dem avancirenden Feuer dieser 80 Geschütze(G. G.) folgt das Korps von Ney in großen Massen inder Richtung nach dem eingeäscherten Dorfe. Das Feuerdieser Geschütze, in Verbindung mit dem einer Batteriein der großen Redoute, lassen den russischen Oberfeldherrnfühlen, daß die Schlacht verloren, das Gleichgewicht ge-stört sey. Ein letzter Angriffsversuch soll dies wieder her-stellen. Die russischen Garden rücken im Sturmschrittegegen das Korps von Ney, allein dieses nun schon imBesitze des eingeäscherte» Dorfes, und jene 80 Geschützevor seiner Front (H. H.), schleudern mit denen aus dergroßen Redoute ihre Geschosse nach allen Richtungen indie russischen Massen. Die Schlacht ist für die Franzosengewonnen, und, "wie bei Wagram, durch eine in Masseaufgestellte Artillerie entschieden.
7) Schlacht bei Groß-Görschen.
Seit der Reorganisation der preußischen Artillerie nachdem unglücklichsten der Kriege, trat, nach einem Zeit-raume von 7 Jahren, hier die preußische Artillerie in ei-ner neuen veränderten Gestalt auf, und in dieser Hinsichtverdient diese Schlacht einer Erwähnung, wenn gleich dietaktische Stufe sich hier noch nicht entwickeln konnte.
Wie der Geist, welcher die Reorganisation der preu-ßischen Artillerie leitete, in den Jahren 1809 bis 1813wirkte, wird man begreifen, wenn man in Erwägungzieht, daß, wenn Preußen, dem Frieden von Tilsit gemäß,nur 42,000 Mann halten konnte, im Jahre 1813 schon