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1 (1824) Erster Theil: Taktische Geschichte der Artillerie / von W. von Grevenitz
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SU/ die Brigaden und Reserve-Kavallerie damit zu verse-hen, nur eine 12Pfänder-Batterie, «och dazu bei denKorps von Blücher und von Jork getheilt, war dazu an-wendbar.

Die Brigade-Batterien blieben ungetrennt bei densel-ben , und begleiteten sie selbst ins kleine Gewehrfeuer. Sohielt Preußens mächtiger Geist Alles zusammen: die Ar-tillerie, obwohl die taktischen Grundsätze ihrer Waffe er-kennend, wollte doch ihre Waffenbruder nicht verlassen.

Auf Plan XIX. ist die erste Aufstellung der Preu-ßen durch A. A. angegeben, die der Russen, welche alsReserve folgten, durch B.B. bezeichnet. Die preußischeBrigade von Klüp mit ihrer Batterie eröffnete den An-griff auf Groß-Görschen. Ihr folgten nach und nachdie anderen Brigaden mit ihren Batterien. So drehtesich der Kampf von Mittags 114. Uhr an, im Angriffeund in der Vertheidigung der Dörfer Groß- und Klein -Görschen, Rhana und Kaya, bis fast gegen Abend, mitabwechselndem Glücke. Die Artillerie der Preußen, stetsmit ihren Brigaden vereinigt, hatte zum Theil ihre Mu-nition verschossen. Die zahlreichen russischen Batterienlösten theilweise die preußischen ab, oder schlössen sich andieselben an, und verschossen im hartnäckigen Kampfegleichfalls, auf einzelne Punkte des Schlachtfeldes ver-theilt, ihre Munition.

Eine furchtbare Reserve-Artillerie, außer Kanonen-schußweite aufgestellt, den letzten Moment der Entscheidungabwartend, fand von russischer Seite in dieser Schlachtnicht statt; Tapferkeit und Begierde zu fechten trieb allesnach einander, wie es ankam, in die Schlachtlinie.

Es war 6 Uhr Abends, als es den Preußen durchungestüme Tapferkeit gelungen war, alle die genanntenDörfer im Besitz zu haben, aber auch die letzten Reserve.Bataillone der preußischen Garden bereits im Gefecht sichbefanden, und die letzten russischen Truppen auf, dem

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