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Schlachtfelds anlangten. Dieser Augenblick war der Wen«depunkt der Schlacht. Eine preußische Fußbatterie hatteein glänzendes Gefecht zwischen Rhana und Kaya. Unbe-kümmert um die ihr gegenüber stehende zahlreiche feind-liche Artillerie, suchte sie die dortigen sanften Höhen zugewinnen, und beschoß mit größter Wirksamkeit der 2lö-thigen Kartätschschußweite die daselbst aufgestellten franzö-sischen Massen, da es ihr gelang, ohne Verlust im klei-nen Gewchrfeuer zum Abprotzen zu kommen. Auf dicftmPunkte lag die Entscheidung des Tages. Statt der fünfGeschütze dieser Batterie, nur die Halste der russischen Re-serve-Geschütze in einer Masse hier vereinigt, hätte, wie beiWagram und Borodino, entschieden.
Nachdem es den Russen und Preußen gelungen war,sich in Besitz der Dörfer zu setzen und in der PositionC. G. zu stehen, war das Dorf Kaya der Entscheidungs-punkt. Gegen diesen ließ auch Napoleon 80 Geschützeaufführen, und seine eben angekommenen frischen Massenanrücken (D- D.), welchen Angriff die geschwächten Ba-taillone der Preußen und Russen, und die zerstreut auf-gestellten Batterien, nicht abzuhalten vermochten.
Wenn 50 Kanonen aus der russischen Reserve-Artil-lerie, statt, wie es geschehen war, bei Eisdorf aufgestelltzu werden, den Angriffen bei Kaya gefolgt waren, würdewahrscheinlich, Trotz der Uebermacht -der Franzosen, dieSchlacht gewonnen worden seyn.
Diese, obgleich Verlorne Schlacht hat große Erfolgeherbeigeführt, welche, aus einander zu setzen, hier nicht zumZwecke gehört. Aber nicht leicht hat eine VerlorneSchlacht wohl mehr das moralische Gefühl der Tapferkeitund Vaterlandsliebe erhöht, als diese die Herzen ihrerKrieger für König und Vaterland entflammte.