—• u
Nachdem ihm auf dem linken Ufer der Neifse der Graf von Ndtipßrg die?£HVorsprung abgewonuen hatte, hoffte .der König, bei Sorge über diesen Fjufs gehen,und vor dein Ocureichischen General in Groltkau ankornmen zu können. Da er abera^ucli hier nicht durchdringen konnte, so ging er mit der gröfsten Geschwindigkeit durchden ganzen Falkenberger Kreis, ob ihm gleich die von Waldungen, Teichen : und denSümpfen der' Steina durchschnittene Gegend die gröfsten Hindernisse entgegen setzte,und er immer auf schmalen Holzwegen marschiren inufste. Er überstieg sie jedochalle, und traf, nach dem Uebergang über die Neisse, zeitig genug bei 1 Michelau undLöwen ein, um sieji dem Eeiridq bei Mollwitz-gegenüber zu setztn, ihm eine Schlachtzu liefern und siegend'das Schlachtfeld zu behaupten. Dennoc^i war diese Schlachtnicht vollkommen entscheidend. Nur bis Neifse zog der Graf von Ne.up-erg sich-zurück, und hielt sich hier wahrend des ganzen übrigen Feldzugs. Der König ging nichtweiter als bis Grottkau, zwei Meilen vom Schlachtfelde vor; wäre nun Erieg eine be-trächtlichere Festung gewesen, hätte er dieselbe nach allen Regeln einschliefsen müs-sen; wäre sie im Stande gewesen, eine Belagerung von fünf bis sechs Wochen auszurhalten, so hätte der König gewifs zwei Armeen haben müssen, deren eine die Festungbelagert und die andere die Belagerung gedeckt hätte. Diese zweite Armee hättestärker seyn müssen als die Armee des Grafen Neuperg, die unterhalb Neifse bereitstand irgend einen günstigen Augenblick zu benutzen. Keine Gelegenheit zum Schla*gen ist vortheilhafter als diejenige , welche eine Belagerung darbietet die der Feindohne eine Observationsarrnee unternimmt. Da aber Brieg damals nur eine kleineschlechte Festung war, vielleicht nicht einmal mit Kriegsbedürfnissen versehen; warein Detaschement hinreichend, diesen Ort in sechs Tagen zur Uebergabe zu zwingen.So grofs auch immer die Geschicklichkeit des Grafen Neuperg seyn mochte, war esihm doch nicht möglich, aus der Belagerung Bricgs irgend einen Vortheil für seineMonarchin zu ziehen.
Die einzige Stadt Neifse also war es, welche dis Wagschale des Glücks noch ineiniges Gleichgewicht bringen konnte, das der grofse König zwang seinen siegreichenFahnen zu folgen.
Neuperg machte diese Stadt zum Mittelpunkt seiner Bewegungen, und entferntesich den ganzen übrigeniFeldzug nur wenig von ihr. Es sey nun, dafs der König,welcher die Unterhandlungen eben so geschickt als seine Armeen zu führen wufste,entweder in der Hoffnung auf einen baldigen Frieden sich stille verhielt, oder schlecli-terdings nichts wagen wollte; genug, er unternahm Nichts, und 1-iefs die OestreichischeArmee ruhig unterhalb Neisse stehen.
Sähe sich die Königin von Ungarn nicht gezwungen, dem Grafen von Neu»perg Befehl zu geben, Schlesien zu verlassen, um mit der ganzen Macht dem be-