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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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liefert mehrere Belege zu dieser Behauptung. Der Kurfürst, der mit dem Bischof vcm-Passau in gutem Vernehmen stand, bemächtigte sich am Ende des Julius 174 1 der StadtPassau, die am Einflufs des Inns in die Donau liegt, und des Schlosses Oberhaus aufdem linken Ufer der Donau. Kein Ort ist zu einer tapfern Vertheidigung vortlieilhaf-ter gelegen,, als dieser.

Das Schlofs Oberhaus liegt auf den steilen Höhen, -welche die Mündung des klei-nen Flusses Ilz einschliefsen,^ und man kann sich demselben nur auf einer Seite nä-hern , die mit leichter Mühe aufserordentlich verschanzt werden kann. Am rechtenUfer de3 Flusses, Passau gegenüber, liegt Innstadt, zu welcher die Zugänge äufser3terschwert werden können, wenn man eine Anhöhe besetzt, die sich zu einer gutenVertheidigung vorzüglich eignet. Dieser Posten, welcher die Schiffahrt auf beidenFlüssen beherrscht, war deshalb von äufserster Wichtigkeit,, und würde die grofstenVortheile verschafft haben. Man mufste alles aufbieten* sich den Besitz dieses Postenszu sichern, und daseihst ein Magazin von Kriegs- und Mundbedürfnissen anzultgen,Hin solche auf der Donau vorwärts bringen zu können* wenn die Umstände es beimglücklichen Fortgang der Waffen erfoderten, und um auch dann hier Unterhalt zu fin-den, wenn das Kriegsglück sich gewendet hätte, und man sich hinter dein Inn-Flufs,der natürlichen Barriere van Baiern, vertheidigungsweise setzen mufste. Passau end-lich, das der Kurfürst bereits im Besitz hatte, mufste man mit gröfster Sorgfalt zu er-halten suchen. Auch die kleinen Städte Schärdingen und Braunau am Inn-Flufs mufsten inVertheidigungszustand gesetzt werden. Damit sie aber nicht beim ersten Anlaufgenommen werden und eine Belagerung, aushalten konnten, mufste man sie miteinem palüsadirten .bedeckten Wege und. Vorgraben versehen, in dessen eingehendenWinkeln gute Brillen mit Sturmpfählen und Pallisaden anlegen, den Hauptgraben ver-tiefen,. die Brustwehr- des Walles aushessern und mit Sturinpfählen bespicken.. Soirregulär und schlecht auch der Hauptwall einer Stadt befestigt seyn mag,, so kann mandennnoch sein- grofse Vortheile. von ihm ziehen, wenn er wieder von Aufsenwerkengedeckt ist. Da. man alle, diese Arbeiten von Erde, macht, kann man sie füglich in eini-gen Monaten beendigen. Es werden nichts als Hände dazu erfordert. Der Kurfürstkonnte also einen Theil seiner Truppen dazu gebrauchen, und dies um so leichter, daseit dem Tode des Kaisers im Monat Qctober 1740 eilf Monate vergingen, ehe dieKriegsoperationen ihren Anfang u ah men. Aus ganz Baiern konnte, er Sohanzgräberzusammen kommen lassen,, und zu gleicher Zeit längs dar Donau au Straubingen, Dek-kendor.f und Passau; bings dein Innllufs an Schärdingen und Braunau,.und längs der Iseran Landau,. Dingelfingen, Landshut und-München arbeiten lassen. Auf. diese Haupt-stadt seiner Staaten mufste der Kurfürst allerdings P.ücksicht nehmen,, und konnte siein einen sehr guten Vertheidigungsstand gesetzt, und der Feind genüthigt werden, sei-

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