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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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Kurfürst nicht eine "Besatzung von gooo Mann zurücklassen, und mit cfem übrigenThtil der Armee dem Grofsherzog auf den Leib geben konnte.

Hätte er seine Armee auf dem linken Ufer der Moldau zusammen gehalten, undwäre er bis Rudweis herauf marschirt, so würde er alle Vortlieile des Terrains auf sei-ner Seite gehakt haben, und bitte bei Rudweis ohne Schwierigkeit über die Moldaugeben können; liier würde er vom Malsch - Flufs, welcher sich hei Rudweis in die Mol-dau ergiefst, gedeckt worden seyn. Daselbst halte er eine Stellung nehmen kpm}en,die eine freie Gemeinschaft mit der Stadt Linz hatte.

Wenn sich nun die Armee des Grofsherzogs zusammengezogen hätte, so tnufsteihr der Kurfürst eine Schlacht liefern, wobei er nichts zu befürchten hatte, weil ersich nach Linz in Ober-Oestreich zurückziehen konnte; denn da er einen Angriffs-krieg führte,-mufste er seinen Gegner angreifen, sobald sich eine Gelegenheit darbot.Es war für ihn äufserst wichtig rasch zu Werke zu.gehen, weil man nur alsdann Er-oberungen macht, wenn man die feindliche Armee in Furcht erhält und sie vernichtet.Es war gegen die Natur des Krieges den er führte, sich hinter Verschanzungen zu sez-zen oder auf Rückzüge bedacht zu seyn. Zwar war die Jahreszeit für dergleichenManövers äufserst hart, allein sie war es für die feindliche Armee nicht minder, unddie Nothwendigkeit kennt kein Gesetz. Wenn der Kurfürst durch einen entscheiden-den Sieg diesen Feldzug hätte endigen können, so würde er eine Ueberlegenlieit er-halten haben, welche auch den folgenden Feldzug zu seinem Vortheil entscheiden*konnte. Allein hier waren Hindernisse, welche Niemand aus dem Wege räumenkonnte. Denn bei so vielem guten Willen der Truppen, hei so vieler Geschicklichkeitder Generale hätte man doch erwarten dürfen, dafs man zum wenigsten die Gemein.Schaft mit Ober-Oestreich wieder eröffnet hätte, wenn es möglich gewesen wäre.

Wenn schon die Lage der Truppen in Böhmen eine nachteilige Wendung ge-nommen hatte, so mufste die des in Oestneich zurückgebliebenen Corps die lebhaf-teste Besorgnifs erregen. Mit jedem Tage wuchs die Armee, welche unter dem Gra-fen von Kevenhüller in dieser Gegend zu agiren bestimmt war. Nachdem der Grafvon Segür von den grofsen Vorbereitungen Nachricht erhalten hatte, durch welchediese Armee im Stand gesetzt wurde ihre Operationen bald anzufangen , soschickte er.den igten Decernber den Grafen von Marcieu nach Prag ah, damit ihmder Kurfürst selbst Verhaltungsbefehle erteilen möchte. Die Generale welche dieseDivision commandirten entwarfen eine Denkschrift, in welcher sie die haidmöglichenFälle auseinander setzten, und den Kurfürsten um Verhaltungs-Vorschriften baten. DerKurfürst erteilte den lösten folgende Antwort:

Wenn die Donau nicht zugefroren ist, so müssen die Linien und der Ens-

.,Elufs verteidigt werden, sollte aber jener Fiufs ganz zugefroren seyn, so ist das