52
\
Mlnutzi mit neun Bataillonen und zwölf Schwadronen Baiern antraf. Ich kann nichtentscheiden, ob sich der Bairische General nicht wollte oder nicht konnte zurückziehen.
Er blieb stehen; der Prinz Karl griff ihn an, bekam ihn gefangen, und zerstreute seinganzes Korps, dessen Trümmer sich nach Braunau flüchteten, wo schon drei BataillonsBesatzung standen, welches zusammen eine Verringerung der Kaiserlichen Armee vonzwölf Bataillonen machte. Den i5ten und löten -marschirten die Oestreicher nach Din-gelfingen am rechten Ufer der Iser. Allein der Herr von PljiUppi ging des Nachtsüber den Flufs, und liefs in der Stadt 2000 Mann Piquets und Grenadiere zurück. DenI7teo ward dieser in schlechtem Vertheidigungsstand befindliche Posten angegriffen; den-noch hielten sich die Franzosen bis Nachmittags um 2 Uhr, wo sie sich über die Iser-brücke zurückzogen, und dieselbe unter einem mörderischen Feuer abwarfen; sie hat-ten einen Verlust von 120 Officieren und 500 Mann an Todten und Verwundeten.Diese Operation geschähe von den Französischen Truppen ganz ungedeckt, mit einererstaunenden Unerschrockenheit. Wie schmerzlich ist es nicht, solche brave Leuteganz unnützer Weise zu verlieren.
Den igten wurde Landau am rechten Ufer des erwähnten Flusses auch angegriffen;wo aber die Besatzung, weil sie sich beizeiten zurückzog, nur zwölf Mann Verlust hatte.Allein bei Deckendorf auf dem linken Donau-Ufer, wo der Prinz von Conti com-»nandirte, erlitten die Franzosen einen starkem Verlust. Den 2Östen May ging derPrinz Karl vermittelst seiner bei Winzer ohnweit Vilzhofen geschlagenen Brücke überdie Donau. Drei schlechte, an mehreren Orten dominirte Redouten vertheidigten dieAnhöhen, welche die Stadt Deckendorf beherrschen: einen Posten, welcher nicht be-hauptet werden konnte, da er von der .Donau durch eine Ebene so getrennt war, dafsdie Gemeinschaft mit den Brücken äufserst gefährlich und unsicher seyn mufste. DieseRedouten wurden durch ein heftiges Artillerie- und Musketenfeuer so lebhaft angegrif-fen, dals die Besatzung ihrer rühmlichen Standhaftigkeit ungeachtet sie räumen mufste,nachdem die Redouten zum Theil rasirt waren. In der Stadt ging es eben so, wo manmit gröfster Tapferkeit aber wenigem Nutzen Strafse vor Strafse vertheidigte.
Endlich mufsten wir weichen; einen Augenblick später wären alle diese Corps inKriegsgefangenschaft gefallen. War der Prinz von Conti 20 Jahre älter, so würdeer etwas weniger hitzig gewesen seyn, und keine unmögliche Verteidigungunternommen haben. Alle unter seinem Befehle stehenden Truppen kampirten beiFischersdorf auf deijp rechten'Ufer der Donau, nachdem die Brücke abgeworfen wor-den war.
Während dieser Bewegungen war der Fürst von Lobkowitz nichts weniger alsunthätig. Er zog seine Truppen zusammen, und nahm den 28sten May bei Schwandorf ander Naab ein Lager. Der Graf von Sachsen, welcher in Amberg kommandirte, wollte dem
t
/