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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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hätte mati in Baiern Hülfsmittel genug gehabt, um Eroberungen zu machen und dasEroberte zu behaupten. Durch eine solche Anordnung wäre das Eand völlig gesichert-gewesen. Wenn die Französische Armee sichere Unterstützung und Hülfe darin ge-funden hätte: mochte sie noch so schwach und die Oestreichische Armee noch so zahlreich seyn, es wären Jahre nöthig gewesen , ehe jene sie hätte vertreiben kön-nen. Hingegen in der Lage, in welcher man sich im Jahre 1742 befand, machte derUebergang über die Donau oberhalb der Iser die gapze Verteidigung dieser beidenFlüsse nicht nur ganz unmöglich, sondern verursachte auch die traurige Notwendigekeit, sich bis unter die Kanonen von Ingolstadt zurück zu ziehen. Betrachtet man mitAufmerksamkeit die Manöver einer Armee, welche die Ufer der Iser und der Donauvertheidigen soll, deren Mitte aber bei Dfcckendorf durchbrochen wird, so mufssie sich bis Ingolstadt zurückziehen, und von diesem Augenblick an ist Baiernverloren.

Es giabt kein Land, welches nicht dabei gewinnen oder verlieren sollte, wenn- es'auf seinen Grenzen entweder Festungen hat, oder wenn seine Grenzen entblöfst sind.Aus dem Beispiel von Schlesien, Böhmen, Mähren, Oestreich ujnd von Baiern erhelltder Nutzen der Festungen, obgleich dieselben nicht im besten Zustande waren. WieUngleich vortbeilliafter würden sie gewesen seyn, wenn ihrer eine gröfsere Anzahl undsie in besserm Zustande gewesen warfen.

Diesen* Wahrheiten, die man nicht läugnen kann, könnte man allenfalls die Kosten

entgegensetzen, welche der Bau der Festungen verursacht; allein auch dieser Einwurf

fällt weg, wenn man die Sache reiflich überlegt. Das was ein Souverain, was eine

ganze Provinz verliert, wenn der Feind mit voller Macht hineinfällt, lafst sich gar

nicht berechnen. Die Kosten des Festungsbaues und die daher entstehenden Contri-

butionen, welche das Land entrichten mufs, sind für dasselbe eine leicht zu tragende

Last, wenn man bedenkt, dafs öfters durch Feuer und Schwerdt alles verheert wird;

dafs von den blühendsten Wohnungen nichts übrig bleibt, als der mit Asche bedeckte

Grund und Boden. Wenn nun der Dämon defs Kriegs nach mehreren Jahren des

Jammers und des Elends zu wüthen aufhöret, müssen den unglücklichen Landleuten

Hülfsmittel verschafft werden, um neue Anlagen zu machen: von allen Seiten mufs

man Städte und Dörfer und Vorwerke wieder aufbauen, und vom Ausländ mit schwe-

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ren Kosten Vielt zum AckCtbau und Getraule zur Aussaat aufkaufen. Sachsens Ver«lust im siebenjährigen Krieg geht über alle Berechnung; wie viele Festungen 'liätte !inan nicht von einem Theil dieser unermeßlichen Summe erbauen können? Eben die-Sorge, welche man auf die Anlegung und Erhaltung der Heerstrafsen verwendet, sollte;man auch auf die Erbauung und Unterhaltung der Grenzfestungen richten. J’-ecffe Pro-vinz des Staats müfste eben so gut für "ihre Sicherheit besorgt seyn, als sie für ehe

Bequem.

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