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durch ein Ravfclm gedeckt. Von da an sähe man auf allen Seiten Bollwerke aufluhren,obgleich jedermann einsahe, dafs sie nur mit ungeheurem Aufwande und mit starkenBesatzungen an grofsen Orten anzubringen sind, bei kleinerem Raume aber eine schlechteVcrtheidigung gewähren.
So lange die Angriffsweise durch Geschütz noch gleichsam in der Kindheit, derSchleuderschufs noch nicht eingeführt, das Bombenwerfen noch nicht vervollkommtwar, konnte das Geschütz des Belagerers bei weitem keine solche Ueberlegenheit überdie Festung erlangen, als es späterhin durch Vaubans Anordnungen möglich ward.Die Belagerung von Stettin im Jahr 1677 zeigt uns die, von der spätem Art so sehrverschiedene Weise, die Laufgräben zu führen und die Batterien anzulegen, und setztdie Vortheile der neueren in ein helles Licht. Dort Avar das Geschütz nicht ZAveck-mäfsig aufgestellt, und man führte A r on beiden Seiten ungeheure Arbeiten aus. DieLaufgräben At urden am 6ten Junius eröffnet, und die von 3000 bis auf 300 Mann ge-schmolzene Besatzung kapitulirte erst am i/ ( ten December, nachdem der Schwe-dische'Gouverneur Vandernoot in einem Ausfälle geblieben war. Die gleichzeitigenNachrichten geben den Verlust der Belagerer auf 10000 Mann an.
Welches Avar denn nun die Beschaffenheit einer Festung, die sich über sechs*Monate vertheidigte ? Eine alte Mauer, durch einen schlechten Erdwall mit einerFaussebray gedeckt, der das Bescliiefsen der erstem verhinderte. Es mufste demnachzu diesem Zweck ein Logement auf dem Kamme dieser Brustwehr gemacht, und
Geschütz
*) Auf Plan I. Fig, 2. sichet man die eine Angriffsseite, wo die Belagerer den meisten Widerstandfanden:
Nr. 1. Erste Kurfiiml. Lauenbiivgisclie Batterie, von der die Stadt am 4tcn August beschossen ward.Nr. 2. Alte grofstentheils verfallene Verschanzung ans der Zeit Gustav Adolphs.
Nr. 3. Grofse Batterie von 36 Kanonen und 18 Mörsern.
Nr. 4. Batterie zu glühenden Kugeln, die gegen den Wall verdeckt lag.
Nr. 5. Eingang zu den Minengallericen, um die Gegenmine aufzusuchen.
Nr- 6. Gang und Abstellung des Belagerers nach dem Graben.
Nr. 7. Kleine Brille, kurz nach Eroberung der Scharfen Ecke erbaut.
Nr. gl Ravelin: die Gr (ine Schanze, \-on den Belagerten mit Kanonen und Mörsern besetzt.
Nr. 9. Minengang am Käsenapf, wo ein Minengang angefangen, um unter die Mauer zu kommen.Nr. io. Gallerie» die schon acht Fufs lang unter den Wall ging.
Nr. 11. Tiefer Graben der Belagerten, um den Minirer zu entdecken.
Nr. 12. Längs des Walles geführte Sappe um die ganze Brustwehr zu miniren.
Nr. 13- Der kleiue undNr. 14. Der grofse Abschnitt.
Nr. 15, Der mit zwei Haubitzen zu Kartätschenschüssen besetzte Bär.
Nr. 16. Der Gang über den Wassergraben gegen das Halbe Bollwerk, das mit 7 Kanonen besetzt war,Nr 17, Baiterieen hinter der Mauer, welche die Abschnitte und den Hauptwall bestrichen,
Nr. r8- Bombenfeste Pulvermaziue.
Nr. J 9 > Bollwerk Heilige Geist.