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Will man nicht das Augenscheinliche abläugnen, mufs man Lelcennen, dafs dieübliche Befestigungsweise nicht ihre Absicht erfüllt. Der Grund davon liegt in deröffentlichen Meinung, dafs die, welche bisher die Kunst übten, nichts besseres entdeckthaben; ohne Zweifel nur deshalb, weil sie bei gleichem Irrthume sich nicht darunt be-mühten. Aus Eifer für das Gute habe ich es unternommen, diesen so schädlichen Trr-thum zu enthüllen. Nicht als eingebildeter Kunstrichter: nur als Freund der Wahr-heit trete ich in die Schranken, um die Gernüther zu einigen, und Frieden zu stiften.Sind meine Beweisgründe eben so gut als ineine Bewegungsursache löblich ist, wirdman jene annehmen, indem man der letzteren Gerechtigkeit widerfahren lafst. Es wäreunredlich, etwas erwiesen Gutes zu verwerfen: und die Ehre ist jedem Soldaten sotheuer, dafs meine Arbeit unmöglich fruchtlos bleiben kann. Man wird in Zukunftnicht mehr Grundsätze anwenden, die hier als irrig erscheinen: man-wird sich still-schweigend berichtigen. Gleichviel! meine Absicht ist blos, zu unterrichten.
Cajr’tesius war ein grofser Mann: und wir sehen ihn noch immer dafür an, ob-gleich wir seine Lehrsätze gegen andere, bessere vertauscht haben. So lafst uns Vau-ban, lafst uns Cormontaigne hochschätzen, aber von ihren falschen Grundsätzen ab-gehen! Nicht mit den Menschen haben wir es zu thun, sondern mit ihren Meinungenin einer Kunst, die durch ihr Ansehen in der Kindheit blieb. Seit langer Zeit mit die-ser schützenden Kunst beschäftiget, mache ich mir es zur Pflicht, alle ihren Fortschrit-ten nachteiligen Meinungen sorgfältig zu zergliedern. Ich habe^ die Vorwürfe genauerörtert, welche Herr von Cormontaigne Belidor’n macht, um die Täuschung zuvernichten upd das Verdienst ans Licht zu ziehen. Wenn selbst der £Jraf von Belle-Isle, vielleicht gegen seine Ueberzeugung und blos aus andern Gründen, in dem vor-liegenden Falle Herrn von Cormontaigne beipflichtete, werden andere weniger unter-richtete Offiziere sich leichter täuschen lassen: und es ist äufserst wichtig, solche Irr-thümer zu widerlegen, um ihren Folgen vorzubeugen.
Sollte es für die, welche Herrn von Cormontaigne’s Befestigungsweise befol-gen, noch nicht hinreichend seyn, erwiesen zu haben, dafs die Befestigung von Metzkeinesweges die vollkommenste ist;.verlangen sie noch Autoritäten, so können wir ihnenzuerst den Marschall Vauban aufführen, der nie die Befestigungsarten von Landau undund Neu-Breisach erfunden haben würde, wenn er die einfachen Bollwerke für starkgenug gehalten hätte. Er selbst hatte den Angriff vervolikommt; er erfand den Wallmit Bollwerksthiirmen als dritte Einfassung, weil er die Nothwendigkeit erkannte, dieHindernisse zu vermehren. Ein nicht weniger angesehenes Beispiel ist der General-Lieutnant Filley, der noch weiter ging als Belidor, und von dem Umrifs mit Boll-werken beinahe ganz ab wich. Wir werden weiter unten, bei Gelegenheit der Hafen-befestigungen, wieder auf ihn zurückkommen.
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