Sechstes Kapitel»
Von der Herstellung der alten Festungen.
13 er Marschall Vauhan hat wahrend der dreifsig Jahre, wo er die Stelle eine«General-Commissar der Festungen bekleidete, die meisten Festungen Frankreichstheils neu gebauet, theils verbessert: doch alle seine Werke tragen das Gepräge derdamaligen Unvollkommenheit der Kunst, und der Praclitliebe des Monarchen, dena erdiente. Daher die grofse Zahl schwacher Festungen auf den Grenzen Frankreichs;daher die unermefsliche Masse von Mauerwerk an ihnen. Der Schatz des Königs, wieblühend auch sein Zustand werden mochte, würde nie zur Erhaltung dieser Futter»mauern hingereicht haben, von denen schön ein Theil zusammenstürzt.
Man mufs aber zwei besondere Gattungen jener gemauerten Walle unterscheiden:eine regelmäfsige, und eine unreg&mäfsäge, schlecht geordnete, wie man sie Wenigstensan drei'Viertheilen unserer Festungen findet, und die jedermann für fehlerhaft und vonSchlechter Vertheidigung erkennet. Beiden ist der Fehler gemein, dafs sie bei 30 bis36 Fufs Höhe den immerwährenden und bedeutenden Erddruck eines 50 bis 60 Füfsbreiten Wallganges und einer Brustwehr auszuhalten haben, der zu ihrer Zerstörungtcirkt, und ihre Dauer sehr abkürzt.
Die ersterer Art mufs man nothwendig unterhalten und wieder hersteilen, um ihnenni ehr Dauer und eine bessere Vertheidigung zu verschaffen. Man wird weiter unten®ehen, wie?
Die zweite Gattung hingegen wird der Zerstörung der Zeit überlassen, um den^hfwand des Schleifens zq vermeiden; denn will man das zusammengestürzte Mauer-wieder aufführen: würde man sich die Nothwendigkeit auilegen, schlechte WälleV °h neuem zu hauen, dieselben Summen noch Einmal darauf zu wenden, die sie schonS^kostet haben, mit einem Worte, das zu thun, was man zur Zeit ihrer Erbauung nicht
S^than haben würde, wenn man hätte voraüsselien können, dafs der Angriff so furcht-'Erster Band. O