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Zehntes Kapitel,
Theorie der Zangenwerke,
N achdem Im Vorhergehenden die Hauptmangel der Bollwerke gezefget und Mit-tel angegeben worden, ihnen abzuhellen, welche den doppelten iVortheil gewälireh, die-Dauer der Festungswerke zu verlängern, und ihre Widerstandsfähigkeit zu erhöhen:können wir uns im gegenwärtigen Kapitel zu der Anlage neuer Festungen wen-den. Schon oben ist der Grundsatz aufgestellt worden: dafs jeder Festnngsumrifssich selbst vertheldigen. müsse. Den Bollwerken fehlt es an inneren Hülfsmit-teln; man konnte ihnen blos Aufsenwerke jenseits des Hauptgrabens beifügen, dienicht zu vertheidigen sind, weil sie keine ungetrennte Verbindung haben. Ganz anrders verhält es sich bei einem Zangenwerke, dessen Contregarden innerhalb desHauptgrabens liegen, und durch ihn gedeckt sind, so, dafs aufser der Schwierigkeitdes Ueberganges, sich nach demselben noch eben so grofse Hindernisse finden, anden Hauptwall zn kommen. Hier bestehet jeder ansspringende Winkel aus einer kase-mattirten, abgesonderten Mauer, mit einem trocknen Graben hinter sich, vor sich abermit eäner schmalen Couvreface von Erde, auf welcher der Feind kein Geschütz auf-stellen kann. Dann folgt ein Wassergraben*) mit einer blofsen Vertheidigungs-mauer, hinter dieser ein zweiter trockner Graben, und endlich der Ilauptwall.
Von den recht wi nklichen ^Zangen werken.
Nichts kann an sich selbst einfacher seyn, als diese Art, jede gegebene Linie zubefestigen, die man nun für die Seite irgend eines Vieleckes aiinehmen, und einenoder mehr rechte Winkel darauf setzen darf, je nachdem sie länger oder kürzer ist.
•) So werde ich immer den flaiiptgraben nennen, er mag mit Wasser angefüllt seyn oder nicht. Imletstern Talle muh er jed*cli eine gröbere Tiefe haben , als die liier sogenannten trocknen
Graben. . Anmerkung des Verfassers.