oder geringere Schaden , zu erwägen, welchen sie <|em Angreifer zuzufügen vermag;•wie viel Menschen, Zeit, Arbeit und Geld ihm die Annäherung kosten wird. Dieseschädlichen Wirkungen, welche Vernunft und Erfahrung uns kennen und schätzenlehren, und welche die Kunst uns gegen den Feind darbietet, unterscheiden eine gutevon einer schlechten Befestigung. Das erste und vornehmste Unterscheidungszeichenist jedoch ihre Stärke, weil diese nothwendig die meisten andern Eigenschaften mit
einschliefst.“
19 ) „Es ist eine sehr wesentliche Bemerkung, dafs man sich weder durch natür-liche Hindernisse gut verschanzen, noch durch die Anordnung künstlicher sich zweck-mäfsig gegen den Angriff schützen kann, wenn man nicht die möglichen Mittel undUnternehmungen des Feindes kennt, um sie zu besiegen. (No. J.) Jede Verteidigungunter dem Schutz jener Hindernisse mufs dem möglichen Angriffe angemessen seyn:mufs sich ganz nach dem richten, was der Feind thun wird.“
co) Auf gleiche Weise regelt der Angriff sich nach den Vorkehrunggen, welche der Feind zu seiner Verteidigung gemacht hat: nach denHindernissen, womit er sich umgeben- hat: nach der guten und schlechten Anordnungderselben, nach dem, was er zu ihrer Unterstützung thun wird u. s. w. Diese wech-selseitige Abhängigkeit der Verteidigung und des Angriffes von einander, zwingtnothwendig die eine oder die andere zu verändern, je nachdem das Genie der Kriegs-leute ihnen neue und wirksamere Mittel darbietet, anzugreifen oder den Feind zurück-zuweisen.“
21) Die durch Arbeit erzeugten Hindernisse sind nicht minder zu übersteigen,als die natürlichen. Beide begünstigen jedoch, dadurch dafs sie die Fortschrittedes weit zahlreichem Feindes verzögern, die V ert heirfigung, un d setzen eine geringereAnzahl Streiter in den Stand, auf einem bestimmten Rauiriü einer weit gröfsern Mengezu widerstehen. Es ist deshalb ein natürlicher Grundsatz der Befestigungskunst: jemehrsie dem Vertheidigern Zeit gi'eb't, um so besser ist sie. Folglich ist die Zeit der Ver-teidigung das richtige und natürliche' Maafs der Stärke einer Befestigung.“
22) „Jedes, auch blos passive oder physische Hindernis deutet ahf eine verzö-gerte Bewegung; irn Moralischen ist diese Verzögerung unabhängig von dem Menschen,der ihrer Wirkung unterliegt. Die unumgänglich erforderliche Zeit, um das Hinder-nis zu übersteigen, läfst sich als-seine natürliche Stärke ansehen. Es wird aberdie Verzögerung mehr oder weniger lang seyn, im Verhältnis der physischen Eigen-schaften'des Hindernisses, und der'vorhandenen Mittel, es zu überwinden. Nur dieErfahrung ist berechtiget, uns mit ihrer Gröfse bekannt zu machen.
23) Wenn das Hinderpiijs nicht blos passiv ist, sondern sich moralische Umständedamit verbinden, oder vorher zu sehende Zufälle dabei Vorkommen können; ist es.