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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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Man darf nicht glauben, dafs zu Verfertigung dieser Schieftlöcher die Steine nachden verschiedenen Richtungen durchbohrt werden müssen. Es. isi blos nöthig,, dieMitte der ersteren zwischen zwei Steinlagen' zu bringen v in denen alsdann die Gänge©ben und unten mit aller Bequemlichkeit ausgetiefet und bei Aufführung: der Mauergenau auf einander gepafst werden.- Die Schiefslocher werden auf diese Weise gleich*sät» von selbst mit jener' zugleich fertig. *y

Weil die ehemalige Landseite des Forts eine sehr schlechte Anordnung hatte, unddas kurze und enge Ravelin an seinem ausspringenden Winkel von zwei konkaveiiTlanken nur sehr schräge bestriehen ward, habe ich zu besserer Vertheidigung dieserRavelinspitze,- wie der Facen desselben* die Bollwerksface verlängert, und daselbst Sdrei doppelte Batterien angeordnet. Am äufsersten Ende dieses Theiles S befindendSich zwei Traversen, eine gerade und eine gebogene, um den Feind aufzuhalten 1 ,, wenitCr, gegen alle Wahrscheinlichkeit und des Feuers der Batterien ohngeachtet, die vor-dere Batterie erstiegen und in den Raum q a gedrungen seyn sollte. Er würde hierdurch die beiden Gatterthore verhindert, in das Zangenwerk S zu.dringen, und befändesich im Feuer des Flügels P und der gebogenen Traverse. Ja, selbst wenn es ihmmöglich wäre, in den vorspringenden Winkel des Zangenwerkes Zu gelangen, fände ernoch eine Mauer mit Schiefslöehern 17 vor sich. Ich habe die Annäherungshinder-nisse nicht deshalb so vervielfältiget, weil ich es für nothwendig halte, sondern blosum Beispiele zu geben, deren- Anwendung, bei anderu. Gelegenheiten vortheilhaft seynkapn, wo der Zugang leichter ist.

Durch diese Uebersicht des Zangenwerkes im Ganzen Iäfst sich seine Vertlitidt-gungsfähigkeit beurtheilen. Ich habe'es an die Mauer geschlossen, welche das Fortdeckt und an die beiden Flügel P stöfst, um den einzigen '^arspringenden Theil desZangenwerkes mit jenem zu verbinden. Die Vergleichung des Pronies fig. 9 Tab. XXI,und fig. 9, 10, tT, Tab. XXIV nach den gleichnamigen Zahlen, wird das Verständnifsdieses Baues erleichtern. Zu demselben Behuf habe ich fig.. g die äufsere Ansicht des

*2 Schic fslficlier, welche durch starke Manen» gehen, lind inwendig ziemlich weit sind, haben den'Nachtheil, dafs die Kugeln an die Seitenwände anschlagen, und anfserbalb keine Wirkung thitn.Wenn die feuernden Schütze« nicht dichte vor die innere Mauerfläche treten, und die Gewehrelief in die Schiefslöcher haltert, welches fast nie geschieh et. Um dieses zu Vei hindern-, weil da-

durch die Wirkung de» kleinen Gewehre» fast ganz aufgehoben wird, erscheint eine fleifsiga undsorgfältige Uebung des Soldaten im Feuern aus- den Venheidigungs-Gallerien als höchst notiiwen-dig. Die älteren Scliufsspalten, welche inwendig enge waren und sich nach anfsen erweitertenhatten diesen Nachtbeil nicht: sie sicherten aber dagegen die Vevtheidiger weniger, und et leich-terten das Uineinsclilagen der feindlichen Kugeln, Breite und dabei niedrige Schafsspalten schei-nen überhaupt zur Vertheidigung vortheiihafter als hohe und Schmale,- besonder» wenn sie umf» bis j FuB über der Erde stehen.

.Anmerk, d. Ueberseu.