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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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Sobald der König hievon Nachricht bekam, befahl er dem Marsclial vön Luxem-burg Mons einzuschliefsen, um den Alliirten die Besorgnifs zu erwecken, auch nochdiese Festung zu verliehren. Er unterstand sich jedoch nicht, sein Mifsfallen über denneuen Vertrag, zwischen Holland und England zu äufsern: man fand vielmehr denAusweg, die Schwedischen Bevollmächtigten in die Räumung der eroberten Festungenein willigen zu lassen, ohne die bestimmte Zurückgabe an Schweden abzu warten. Sokam endlich der Friede zu Nimwegen mit Holland zu Stande, dem später erst -7 derKaiser im Februar des folgenden Jahres die andern Theilnelimer am Kriege bei-traten. Die Holländer bekamen Mastricht zurück, und grofse Handelsfreiheiten * anSpanien wurden die im Aachner Frieden an Frankreich abgetretenen Festungen Char»leror, Binche, Ath, Oudenarde und Courtray mit noch einigen andern zurüeigegpben*die alle Vauban mit grofsern Aufwands befestiget hatte. ; Lu d \y ig.XiV behieltConde, Valenciennes, Bouchain, CambFay, Ypren, Werwick, Warneton, 'Poppeiingen,Bavay, Baiileui, Cassel, Aine, Maubeuge und Cbarlemont.

So; ehrenvoll dieser Friede für Holland war, entsprach er doch den Absichtendes Prinzen von Oranien nicht. Dieser, in der Hoffnung ihn vor Auswechselungder Ratification rückgängig zu machen, opferte noch 7000 yaoo Mann seinem Ehr-geize auf, und griff am 14. August 167g noch den Marschal von Lnxemburg bei i*erAbtei St. Denys an. Er ward aber geschlagen» und hatte blos den Schimpf einer abe*-maligen Niederlage.

Unter die Friedensbedingungen gehörte auch die Räumung von Messina, dessen,Einwohner sich gegen Spanien empöret und zum Besten Frankreichs eine vortheilhaiteDiversion bewirkt hatten. Ludwig XIV hatte sie zwar seines Schutzes für alle künf-tige Zeiten versichert: sie wurden aber auf die grausamste Weise von dem Ma/sehal^von Ffeuillade verlassen, indem er seine Rückkehr nach Frankreich erst bekanntmachte, als schon alle Franzosen eingeschifft waren. Vergebens waren die Bitten undThränen der Messinerl man gestand blos denen die Einschiffung zu, die sich lätrt fürFrankreich erkläret hatten; sie fanden jedoch nicht alle Raum auf der Flotte. 'DieZurückgebliebenen starben auf dem Blutgerüste, und die Ausgewanderten waren nichtminder unglücklich, denn Niemand nahm'sich ihrer an. Man suchte zwar diese gefühKlose Tbat durch die Klagen zu rechtfertigen, Welche man über die grofsen Ausschwei-fungen dieses Volkes führte, die den Franzosen sehr schädlich waren; allein der wahreGrund lag blos in derrt Verlangen, Frieden zu schliefsen.

Eine wichtige Bemerkung in Hinsicht der Folgen dieses Friedens ist, dafs keinerder theilnehmenden Fürsten sich mit Frankreich verbinden wollte. Sie schlossen viel-mehr Alle Schutzbündnisse unter einander,, Schweden selbst, das alles zurück erhaltenhatte was es nur verlangen konnte, an das man während des Krieges bedeutende Sub-