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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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12
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Die zu Metz gieng so weit, dafs sie von dem Könige von Spanien wegen einiger Be-sitztümer im Luxemburgischen -Huldigung forderte. Ls geschähe! nicht, wie manleicht denken kann. Die Kammer erliefs daher eine Verordnung, durch welche sie denKönig wegen Nichterscheinens kontumazirte, und seine Besitzungen für verfallen er-klärte. Die französischen Truppen rückten daher in das Herzogthum ein, bloquirtendie Hauptstadt und brandschatzten das ganze Land.

Weil späterhin die Spanier Ludwig XLV wegen einiger Ansprüche auf die Graf-schaft Alost nicht befriedigten, befahl er l683-dem Marschal von H'imieres nachFlandern einzurücken, wo er ohne Widerstand Courtrai und Dixnauyden wegnahm.Mit den Türken beschäftiget, konnte der Kaiser Nichts unternehmen, und man warsicher, dafs England und Holland keinen Theil nehmen würde, Spanien jedoch, wel-ches das Gegentbeil glaubte, erklärte Frankreich den Krieg, und veranläfste dadurchdas Bombardement von Luxemburg durch den Marquis von Boufleurs. Diese Schrittedes Königs gegen Spanien beunruhigten ganz Europa. Der Prinz von Oranien wünsch-te zwar den Krieg, konnte aber die Generalstaaten nicht dazu bewegen, und Englandwar mit seinen innern Angelegenheiten zu sehr beschäftiget. Die Holländer hattenzwar von Ludwig XIV einen Aufschub bewirket, um eine Aussöhnung herbeizufüh-ren, als jedoch die bestimmte Zeit ohne diese verflofs, ward. Luxemburg förmlich bela-gert und ergab sich am 4ten Juny i 684 *

Der Spanische Gesandte beklagte sich bitter gegen die Generalstaateny und fordertedie Erfüllung ihrer eingegangenen Verbindlichkeiten zu Beschützung der gegenseiti-gen Besitzungen. Er legte zugleich ein langes Verzeichnifs der seit dem NimwegerFrieden von Frankreich In Besitz genommenen Städte, Herrschaften und Schlösser vor,dem zufolge es sich während des Friedens weit mehr vergröfsent hatte als irrt Kriege.Man war in Holland eben so sehr von der Unrechtmäfsigkeit dieses Verfahrens, alsvon der Unmöglichkeit überzeugt, es unter den verwaltende» Umständen zu hindern.Es ward demnach i 684 ein vorläufiges Uebereinkommen zu einem zwanzigjähriger»Waffenstillstand vorgeschlagen, den die Generalstaaten, Spanien und der Kaiser noth-gedrungen annahmen. Man kann wohl denken: nur mit dem geheimen Vorsatz, sichbei erster Gelegenheit zu rächen.

Eine angeknüpfte Verbindung mit Spanien hatte den Gemreserrr den Unwillen desKönigs zugezogen; er besehlofs, sie nachdrücklich dafür zu bestrafen. Er liefs deshalb14 Kriegsschiffe, ao Galeeren, 20 Bombensekiffe und mehrere andere Fahrzeuge in

slstt, und wurden sie immer durch militamsche Execmioir unterstützt. Der ganze hohe Adelim Elsafs ward von ihnen angetastet, ja es war nicht selten, seihst soitverainv Fürsten vorladc»zu sehen, unter dem Vorwaude, d.ils sie dev Krone gehörige Güter bcsaftou.

Anmeik. d. Verf