folgenden Tage früh um 4 Uhr abmarschiren, so dafs der König von England 24 Stun-den Vorsprung hatte. Pie Französische Armee mufste einen Umweg von 12— 15Stunden über Maübeuge, -Conde und Tournai machen, und zweimal über die Sambregehen. Dem ungeachtet holte der Marschal von Villexoi nach 17 Stunden unausge-setztem Marsch die Avantgarde ein, und kam am .23. August hei Pont-des-pierres an,wo er schon den Marquis de la Valette mit 15 Bataillonen, 9 Kavallerie und 2 Dra-goner-Regimentern vorfand. Per.-Prinz von Würtemberg traf mit der Avantgardeder Ailiirten erst den 24sten Morgens ein, und war nicht wenig erstaunt jenseits derSchelde über achtzig Eseadrons und -ein -starkes Corps Infanterie aufinarschirt zu fin-den. Wenige Stunden später kamen auch der Dauphin- und der Mai-schal von Lu-,xemburg mit den Garden und einigen Dragoner-Regimentern an. Der Prinz von.Würtemberg -entschlofs sich daher, bei Oudenarde über die Schelde zu gehen, wo-durch der Feind zwei Tage verlohr, und die Französische Armee Zeit bekam einzu-treffen- <
Dieser Marsch ist berühmt in der Kriegesgeschichte jener Zeit, und verdient esauch, sowohl wegen des guten Willens, der in einer Armee herrschen mufs, wenn siedergleichen Bewegungen ausführen soll, als auch wegen der trefflichen Anordnungendes Generals. Welche Klugheit wird nicht erfordert, um mit Sicherheit -voraus zu se-hen, was der Feind nicht fhun kann, und was er thun mufs, um den Feldzug nichtganz ungenutzt hinzubringen? ' Vjer und zwanzig Stunden später abmarschiren, undvierzig Stunden Weges zurücklegen, ehe der Feind zweiundzwanzig gemacht hat, istgrofsen Geistern ausführbar, die um so mehr Hülfsmittel in sich finden, je schwierigerdie Umstände sind. Festungen erobern, Schlachten gewinnen, sind oftnur Werte des Zufalls und überlegener Stäxke; hi.eT abex, bei dem Mar-schal von Luxemburg, siebet man die höchste Kunst angewandt, um alleMaafsregeln des Feindes zu vernichten und ihm überall unübersfeig-liche Hindernisse in den Weg zu legen. Nur zu früh starb dieser Mann am4ten Januar 1695 im siebenund sechzigsten Jahre.
Auch in diesem Jahre führte Loxges den Oberbefehl in Deutschland, .und thateben so wenig wie im vorigen. Bis an den Neckar vorgedrungen, eilte er wiederüber den Rhein zurück, um sich dem Prinzen von Baden entgegen zu setzen, derdas Elsafs mit einem Einbruch bedrohete und ihn auch wirklich am I5ten Septemberausführte.
Mit 20000 Mann zu Tufs und tooöo Pferden war der Marschal Noailles in Ca-talonien stärker als die Spanier, die nur 15000 Mann Infanterie und 5000 Plerde hat-ten, Er machte daher glänzende Fortschritte, erzwang den Uebergang über den Terim Angesicht des Feindes, blos mit einem Verlust von 600 Mann, während jene 3000