"26
eben so weit von der Stelle, wo er in den Mantuaner See fällt. Er mufste fürchten,Catinat werde über den. andern Theil der Armee herfallen,. wenn die Hälfte dersel-ben — gleichviel ob ober- oder unterhalb, Villa franca — : übergegangen-seyn würde.Züm, Ueberflufs durfte er auch das feindliche Armeekorps- nicht hinter sich lassen.Der Herzog von. Savoyen hatte mittlerweile den Oberbefehl der Armee übernom-men, und setzte sich mit derselben hinter den M-incio. Auch über: diesen gieng derPrinz Eugen ohne Hinderaifs, bei Monzulano: denn, der Herr von. Bachevillier,der hier st?nd,. ward, weggezogen, und folgtfe der: Armee, über, den Oglio nach. Mansiebet, dafs- diese groben Fehler nicht dem. Marschal Catinat, sondern allein dem Her-zog von Savoyen zur Last fallen, obgleich, man die Schuld davon auf jenen wälzteund ihn von . der Armee zurückrief, weil er das Unglück hatte, den Frömmlipgen beiHofe za mifs fallen..
An seine Stelle trat Villeroy, mit dem ausdrücklichen Befehl' den Feind anzix;greifen. Dies geschähe am iten September bei Cliiari, durch, falsche Nachrichten und 7Spione getäuscht, wo der Prinz Eugen eine nicht' zu erstürmende.Verschanzung mit24 Bataillonen und 50 Kanonen, besetzt hatte» Nach vier und zwanzig stündigem Kannpfe, wobei das Französische Geschütz, zu spät ankam, sähe man die Unmöglichkeit desGelingens ein und befahl den. Rückzug, der auch in bester Ordnung und unverlolgtausgeführt' ward. Der Herzog von Savoyen zeigte bei diesem blutigen Gefechte die.gröfste Tapferkeit :;„zu seinem. Ruhme, müfste man ihm eben so grofse Treue wünschen..
Beide Armeen blieben. 5. Tage einander im Gesichter dann giengen- die Franzosenin das Cremonesische und. die Truppen des Herzogs von. Savoyen nach Piemont zu~rück; die Kaiserlichen standen unbeweglich zwischen Chiari und Palazzuolo, bis zumI» Dezbr., wo. der Prinz Eugen alle Posten Villeroi’s auf dein, linken Oglio-Uferüberfiel, dafs nun das ganze Mantuanische in seiner. Gewalt war...
Empfindlicher noch war. der Verlust von Mirandola.. Die Fürstin dieses kleinen-Staates hatte Französische Besatzung eingenommen,, deren- Commandant- Ghetardie.bei einem» ihm und seinen. Offizieren .zu, Ehren gegebenen Feste von den Kaiserlichenüberfallen, wurde,, welche die Prinzessin eingelassen hatte. Sie bekamen ,33 Geschützeund 300 Tonnen Pulver , denn der Ort hätte wohl eine Belagerung, aushalten können.Der schlechte Erfolg- dieses- Feldzuges bewog, mehrere kleine Fürsten, sich. noch, fürden Kaiser zu- erklären;, er ward herbeigeführt, theil«- durch, die ungeschickten Befehlewelche Catinat anfangs bekommen hatte, vorzüglich aber: von der schlechten \VjahI.seines Nachfolgers und mehrerer andern Offiziere,- die- ihre Abstellung, blps Connexio-nen verdankten. So. war der Herr von Chetardie. der Rrudef des Pfarrers von St.Sulpice, mit dem Frau vop. Maintenon in Verbindung stand.