Reichs; sie-verbarg, ihm sorgfältig alles was ihm unangenehm seyn konnte, obgleich'es ihm zu wissen nothwendig war. Hätte die Vorsehung nicht dem so sehr bedrohe»ten Staate drei neue Beschützer gegeben, Vendöme, Villers und Berwick, erwäre unfehlbar ein Raub seiner Feinde geworden»
Die Alliirten fiengen 1702 ihre Operationen mit der Belagerung, von Kaiserswerthan, konnten aber diesen schlechten, durch den Marquis von Blainville trefflich ver«theidigten Ort erst nach zwei Monathen erobern. Von unsrer Seite geschähe nur we-nig dieses Unternehmen-zu hindern; der Herzog von Tallard stand mit zehntausend.Franzosen auf der andern Seite des Rheins, von wo er durch seine Batterien den Be»lagerern sehr lästig fiel, und die Festung durch zusammengebrachte Fahrzeuge mitMund- und Kriegesvorrath- unterstützte.
Mittlerweile stand ein Holländisches Corps unter dem Grafen Claudius vonTiJly bei Xanten auf dem linken Rheinufer: der- Marschal Boufleurs aber bei Rü-remonde, mit den Truppen,, die er unter dem Herzog von Bourgogne befehligensollte. Mit diesen sollte er die Holländer überfallen. Er marschirte zu diesem Zwecksehr schnell und geheim ab, so dafs er am 27, April Nachmittags um 3 Uhr ihnen gegen,über stand. Hätte er nun gethan, wie der Herzog von Vendöme bei Erostolo, würdeer unbezweifelt den Feind geschlagen haben. Er wartete aber bis zum folgenden Mor-gen, und liefs dadurch dem Grafen Tilly Zeit sich in der Nacht davon zu machen.Die schönste Gelegenheit entschwindet dem, der sie nicht zu benutzenyers tehet.
Bald darauf schlug dem Marschal von Boufleurs noch ein zweiter Angriff aufdie Holländische Armee des Grafen von Athlone fehl, der sich-mit geringem Ver-lust nach Nimwegen zurückzog, weil der Marschal nicht schnell genug marschirt war.Am 1. Jul. kam endlich der Herzog von Marlborou-gh als. Oberfeldherr zur Eng-lisch-Holländischen Armee, und gewann bald jenes Uebergewicht, das er sich auchüber alle andere Französische Generale während des ganzen Krieges so geschickt zuerhalten -wufste. Er eroberte mehrere Orte und endete den Feldzug mit der Einnahmevon Eüttich.
In Deutschland war die Armee unter Catinat nur schwach, weil der König, aufdie Neutralität der Reichsfürsten gerechnet hatte, die jedoch mit Ausnahme-des Kur-fürsten von Bayern — dem Faiser Truppen stellten. Der Prinz von Baden wardadurch im Stande Landau schon zu Ende des Aprils einzuschliefsen, wo sich jedochMelac vom 19. Juni bis zum 10. Septbr. vertheidigte.
Der Kurfürst von Bayern war der einzige Verbündete Spaniens und Frankreichs,der ihnen aber mehr Schaden that, als alle ihre Feinde zusammengenommen. Er hatte zwarUlm und noch einige andere Städte in Schwaben weggenommen, konnte aber ohne