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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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32
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Ihro Majest. haben geschickte Generäle, die von Natur mehr geeignet sind ihre Mel*nung annehmlich zu machen, und die sich deshalb besser hierher schicken. Erlaubtees auch meine aufs erst geschwächte Gesundheit, mufs ich doch bekennen, dafs ich.5, nicht zugleich einen sehr schwierigen Krieg führen und -den sonderbarsten Kopf lei-sten kann, den es jemals gab, den Kurfürsten von Bayern. Ich beklage mich dadurch.nicht über ihn, er ist aufserordentlich gnädig gegen mich, billiget alles was ich sage*und thut es nie.

Der Marschal ward durch einen sehr freundlichen Brief des Königs zurück berU4fen. An seine Stelle kam Marsin, der zwar ein gefälligerer Mensch aber ein schlechtterer Heerführer war. Die Folge zeigte dies hinreichend.

Der mancherlei Bedrückungen müde und durch die -Feinde Frankreichs aufgeregt,empörten sich 1702 die protestantischen Einwohner der Sevennen, und begiengen man-cherlei Ausschweifungen. Man mufste längere Zeit bedeutende Truppenabtheilungengegen sie aufstellen, wodurch die andern Leistungen des Krieges um so drückenderwurden,

Frankreich verlohr im Jahr T703 zwei wichtige Alliirte: den Herzog von Savoyen,dem der Kaiser versprach mehrere Ländereien und Besitzungen in der Lornbardeyabzutreten; und den König von Portugal, dem der Kaiser im Namen des Prätenden-ten von Spanien für ewige Zeiten verschiedene Städte in Galizien und Estremadura,SD wie Rio Janeiro und das ganze Land am la Plata-FIufs übergeben hatte. Die AUliirten zusammen versprachen ihm demnächst 12000-Mann Fltilfstruppen, und Subsidien.für 8000 Mann. Wie gewöhnlich erfüllte der Kaiser nur einen geringen Theil seinerVerheifsungen, und überliefs den Holländern und Engländern die Sorge das übrigezu thun.

Um sich einer solchen Menge Feinde zu widersetzen, wurden die FranzösischenTruppen, doch in einem weit gröfsern 'Maafse die Generale, vermehret. 12 MarschälleVQii Frankreich, 23 General Lieutenants, 24 General-Majors etc. sohten den Glanz derFranzösischen Waffen erhöhen. Der Erbprinz von Hessen eröffnete-den Feldzug von1703 schon im Januar mit der Belagerung von Trarbach, ward aber nach 24 Tagendurch den neuen Marschal Tallard genöthiget wieder abzuziehen. Der Marschal be-lagerte nachher mit 47 Bataillonen und 69 Schwadronen Breisach das sich am ytenSeptember ergab, und. Landau, wo er am I5ten November den Entsatz schlug und da-durch am folgenden Tage die Festung-bekam. Wäre dieses Treffen, das er nur durchZufall gewann, ungl cklich für ihn ausgefallen, hätte er sein Belagerungsgeschützund die Hoffnung zu Eroberung der Festung verlohren. Es wäre unbezweifelt vor*theilhafter gewesen Freiburg zu belagern, durch dessen Eroberung jene Verbindungzwischen den Armeen in Bayern undElsafs gesichert ward, die der König in allep

seinen