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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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33
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seinen Briefen dem Märschal Villars so dringend empfahl. Hier war' keine Unter-brechung- der Belagerung zu besorgen, denn der Prinz von Baden war nach der Nie-derlage des Grafen von Styrum schwächer als die Französisch-Bayerische Armee.Die Eroberung dieser Festung hätte die unglücklichen Ereignisse des folgenden Feld-zuges in Bayern verhindert, die das Königreich an den Rand des Verderbens brachten*

In Italien, wo der Graf von Stahremberg die Kaiserlichen kommandirte, hatteder Herzog von Vendome noch während des Winters mehrere Posten weggenom-men, und dadurch die feindlichen Quartiere sehr zusammengedrängt, so dafs er denFeldzug mit dem Angriff auf Ostiglia am Po eröffnen konnte. Weil jedoch der Grafvon Stahremberg den Po-Damm durchstechen und das ganze Land unter Wassersetzen liefs, mufste er dies Unternehmen aufgeben. Bestimmte Befehle hinderten denHerzog von Vendome weiter etwas hier zu thun, weil er sogleich nach dem Triden-tmischen gehen mufste. Er war mit 20 Bataillonen und 22 Escadronen bis in dieThä«ler Tyrols vorgedrungen, hatte mehrere Verschanzungen erstiegen und mehrere Postenerobert, ward aber durch den Abfall des Herzogs von Savoyen zur schleunigen Rück-kehr genöthiget. Der Kurfürst von Bayern hatte schon längst ein Gleiches gethan,von einer Vereinigung mit ihm -war gar die Rede nicht mehr. Man siehet hieraus,wie sehr der schleaht entworfene Marsch nach Tyrol den Operationen in Bayern undItalierj schadete. Wendete der Herzog von Vendome die dadurch verlohrne Zeitn die Kaiserlichen bis in das Friaul zu treiben, hätte der Herzog von Savoyen,nun ohne Unterstützung, seine schlechten Absichten nicht ausführen können.

Der Herzog marschirte nun, mit Hinterlassung eines Corps unter dem Herrn vonBezons an der Secchia, mit 20 Bataillonen und 30 Schwadronen nach Piemont, undgieng am i&ten Oktober über den Ticino, während der Marschal von Tesse sich Sa-voyens bemeisterte. Der Graf von Stahremberg hatte zwar 2000 Pferde zur Unter-stützung des Herzogs Von Savoyen abgeschickt, sie wurden aber bei San Sebastianögeschlagen. In der späten Jahreszeit legte jedoch der Graf seinen Marsch mit so vielPräcision und Klugheit an, dafs er mit ikqoo bis 20000 Mann von der Secchia bis anden Tanaro gelangte, Und sicli mit dem Herzog von Savoyen vereinigte, der ihmdadurch seine Rettung verdankte.

In-Flandern befehligte Villeroy die ziemlich starke Armee, und hatte den Mar-schal Boufleurs unter sich. Marlborough eroberte das Kurfürstenthum Köln, dasBistlium Lüttich, Geldern und das Herzogthum Limburg, Wir behaupteten uns jedochin den Linien welche Brabant und das'spanische Flandern deckten, und Boufleursheluelt in einem Gefechte bei Eckern über ein Corps von etwa 14000 Mann,' unterdem Baron Ob dam, die Oberhand, r

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Dritter Band.