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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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Landau ward bedrohet. Der Marschal,setzte sich daher an die Queich, dann ~weil die Verbündeten bei Philippsbprg über den Rhein giengen hinter, die Lauter,,und zuletzt hinter die Matter, wo er Verschanzungen aufwerfen liefs. Jetzt war ebenZeit an so etwas zu denken! Er hätte die Linien an der Lauter wählen müssen, diein jeder Hinsicht einer besseren Vertheidigung iähig sind und die Vormauer des El-sasses seyn sollten; es ist aber thöricht im letzten Augenblick so weitläuftige Arbeitenzu unternehmen. Vor Landau ward die Tranchee am 16, September, eröffnet, durchLaubanies gute Vertheidigung aber der Ort erst am 23. November erobert. DieBelagerer verloliren gegen 9000 Todte. und Verwundete. .

ü. Der Herzog von Marlborougli setzte sich hinter die Lauter zwischen Lauter-burg und Weissenburg, gieng jedoch nachher auf Trier, wo er grofse Magazine an-legen liefs, um im künftigen Jahre längs der Mosel in die Champagne einbrechen zukönnen. Zu gleicher Zeit belagerte ,der Prinz von Hessen-Cassel das Schlofs von.Trarbach, bekam es jedoch erst nach 34 Tage offnen Laufgräben. Im gröbsten Un-glücke, und bei allen Gelegenheiten wo es nur Muth bedurfte, haben die FranzösischenTruppen mit der gröfsten Tapferkeit gefochten. Die belagerten Festungen, wo sie sich.in. einer bekannten Bahn bewegten, wurden stets gut von ihnen vertheidiget. In Schlach-ten aber hieng der Ausgang weniger von ihnen ab, sie mufsten gehen wie sie.-geführtwurden.

In Italien kommandirte der Herzog von Vendöme, und fuhr fort mit Glück zufechten. Er bemächtigte sich des Herzogthums Mirandola. Sein Bruder, der Grofs-prior, eroberte Rovero; der Herzog von Feuillade aber in Savoyen, Susa und Ei-gnere!. Der Herzog von Vendöme eroberte hierauf im. Juli Vercelli, wo er 13 Ba-taillone und-500 Pferde zu Gefangenen machte; dann die Stadt und Citadelle Yvrea;endlich auch das sehr feste und stark besetzte Verra, das er aber.nicht völlig einscklie-fsen konnte, und das daher bis zum 9. April des folgenden Jahres Widerstand leistete.Man könnte den Feldzug in Italien als eine Entschädigung des deutschen ansehemDie Kaiserlichen wurden aus der Lombardei vertrieben, sechs Festungen erobert undgegen dreifsig Entaillone zu Gefangenen gemacht.

Für die Armee in Spanien hatte der König ebenfalls eine glückliche Wahl getrof-fen; der Herzog von Berwick ward dahin gesendet, und vom Könige von Spanienzum General-Capitain ernannt. Es wurden verschiedene Portugiesische Festungen er-obert, d.och waren die Fortschritte geringer als sie hätten seyn können, wenn der Prinzvon Tzarklas, der links'des Tajo operirte, die Befehle des Herzogs gehörig befolgte.

Eine Englisch-Holländische Flotte machte vermittelst eines geheimen. Verständ-nisses einen Versuch auf Barcelona, der zwar fehlschlug, aber Gelegenheit zur Erobe-rung von Gibraltar gab, dessen ungeschickter Gouverneur sich am vierten Tage ergab,