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Die Verteidigung stärker als der Angriff, oder Die Befestigung mit rechtwinklicher Bestreichung / Marc René Montalembert ; aus dem Französischen von J.G. von Hoyer
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88
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wartete jedoch seine Ankunft nicht ah, wie sich leicht voraussehen liefs, sondern, gien’gmit seiner Kavallerie nach Villestellon,

Er hatte in Turin eine Besatzung von 6 kaiserlichen Regimentern, 17 Bataillonenseiner Truppen, 600 Pferden, und 1000 unberittenen Reutern zurückgelassen, die zu-sammen dreizehn- bis vierzehntausend .Mann ausmachten. Eine solche .Besatzung ineiner Stadt wie Turin, mit Munition aller Art hinreichend versehen, war wohl der.Mühe werth, dafs la Eeuillade selbst mit seiner ganzen Macht sie angnff, und nichtmit Einem Drittheile der letzteren dein Herzoge von Savoyen nachlief, den er dochniemals einholte. Er verfehlte ihn zuerst in Carmognola, dann in Quierasco, undschickte zuletzt eine starke Truppenabtheilung mit Geschütz unter dem Grafend'Estaing gegen Asti, das jedoch erst nach drei. Wocheu erobert werden konnte»

Vor Turin fing das Belagerungsgeschütz nicht eher als den 24. Morgens zu spielenan. Sie hatten eine Batterie von 60 Kanonen, und zwei andere, jede zu 10 Kanonen,in die Dritte Parallele geleget, die alle zugleich schossen, deren Feuer aber die Bela-gerten mit einem noch stärkeren beantworteten. Sie hatten 130 Kanonen und 24 Mör-ser auf die angegriffene Seite gestehet: und eine Batterie der Belagerer, dein BollwerkBeato Amadeo gegenüber, ward von 24 Kanonen dergestalt zusammengeschossen,dafs sie schweigen mufste. Die anderen Batterien thaten gegen die Festungs-wälle wenig Wirk ung, weil die W erke e in an d er nur 2 Eufs überhoheten.Die Kugeln streiften blos die Brustwehren, und gingen überhin, um die Häuser derStadt zu zertrümmern. Weil man endlich am 30 dies bemerkte, glaubte man die Bat-terie zu tief eineesenkt, und erhöhcte deshalb die Bettungen» Zugleich wurden auchdie Brustwehren und die sehr beschädigten Schiefsscharten ausgebessert; jedoch ohnegrctfsen Nutzen, weil die Batterien bald durch die Sappen verdeckt wurden, und des-halb weiter vorgeleget werden mufsten» Alle diese schlechten Anordnungen hieltendie Arbeit aufserordentlich auf. ’

Als der Herzog von Feuillade am 6. Juli wieder vor Turin ankam, fand er dieLaufgräben nur wenig vorgerückt. Die Truppen, welche den Herzog von Savoyenso unnützer Weise verfolgen mufsten, verzögerten durch ihre Abwesenheit den Gangder .Belagerungsarbeiten gar sehr. Die grofse Menge der von den Belagerern auf'dieFestungswerke geworfenen Bomben wühlte zwar die Wallgänge und Brustwehren um;allein es fehlte in der Stadt nicht an Händen: alle Einwohner halfen den Solda-ten, und mit Anbruch jeden Tages waren alle erlittenen Beschädigungen wiederhergestellet.

■ In der Nacht vom II» bis zum 12. setzten sich die Belagerer auf Einem aussprin-gendeti Winkel des bedeckten Weges fest. La Feuillade war schon am io. wiederzu Verfolgung des Herzogs von Savoyen abgegangen» Am 18 » gelang es den Bela-gen